| Woche 1 | Bibelleseplan |
Freitag / Prophetie |
Jesaja 1-6 |
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| 1 | ||
1 Vision des Jesaja, des Sohnes des Amoz, über Juda und Jerusalem, die er zu der Zeit hatte, als Usija, Jotam, Ahas und Hiskija Könige von Juda waren. 2 Hört, ihr Himmel! Erde, horch auf! Denn der Herr spricht: Ich habe Söhne großgezogen und emporgebracht, doch sie sind von mir abgefallen. 3 Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht. 4 Weh dem sündigen Volk, der schuldbeladenen Nation, der Brut von Verbrechern, den verkommenen Söhnen! Sie haben den Herrn verlassen, den Heiligen Israels haben sie verschmäht und ihm den Rücken gekehrt. 5 Wohin soll man euch noch schlagen? Ihr bleibt ja doch abtrünnig. Der ganze Kopf ist wund, das ganze Herz ist krank: 6 Vom Kopf bis zum Fuß kein heiler Fleck, nur Beulen, Striemen und frische Wunden, sie sind nicht ausgedrückt, nicht verbunden, nicht mit Öl gelindert. 7 Euer Land ist verödet, eure Städte sind niedergebrannt. Fremde verzehren vor euren Augen den Ertrag eurer Äcker; verödet wie das zerstörte Sodom ist euer Land. 8 Die Tochter Zion steht verlassen da wie eine Hütte im Weinberg, wie eine Wächterhütte im Gurkenfeld [wie eine belagerte Stadt]. 9 Hätte der Herr der Heere nicht einen Rest für uns übrig gelassen, wir wären wie Sodom geworden, wir glichen Gomorra. 10 Hört das Wort des Herrn, ihr Herrscher von Sodom! Vernimm die Weisung unseres Gottes, du Volk von Gomorra! 11 Was soll ich mit euren vielen Schlachtopfern?, spricht der Herr. Die Widder, die ihr als Opfer verbrennt, und das Fett eurer Rinder habe ich satt; das Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke ist mir zuwider. 12 Wenn ihr kommt, um mein Angesicht zu schauen - wer hat von euch verlangt, dass ihr meine Vorhöfe zertrampelt? 13 Bringt mir nicht länger sinnlose Gaben, Rauchopfer, die mir ein Gräuel sind. Neumond und Sabbat und Festversammlung - Frevel und Feste - ertrage ich nicht. 14 Eure Neumondfeste und Feiertage sind mir in der Seele verhasst, sie sind mir zur Last geworden, ich bin es müde, sie zu ertragen. 15 Wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Wenn ihr auch noch so viel betet, ich höre es nicht. Eure Hände sind voller Blut. 16 Wascht euch, reinigt euch! Lasst ab von eurem üblen Treiben! Hört auf, vor meinen Augen Böses zu tun! 17 Lernt, Gutes zu tun! Sorgt für das Recht! Helft den Unterdrückten! Verschafft den Waisen Recht, tretet ein für die Witwen! 18 Kommt her, wir wollen sehen, wer von uns Recht hat, spricht der Herr. Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen weiß werden wie Schnee. Wären sie rot wie Purpur, sie sollen weiß werden wie Wolle. 19 Wenn ihr bereit seid zu hören, sollt ihr den Ertrag des Landes genießen. 20 Wenn ihr aber trotzig seid und euch weigert, werdet ihr vom Schwert gefressen. Ja, der Mund des Herrn hat gesprochen. 21 Ach, sie ist zur Dirne geworden, die treue Stadt. Einst war dort das Recht in voller Geltung, die Gerechtigkeit war dort zu Hause, jetzt aber herrschen die Mörder. 22 Dein Silber wurde zu Schlacke, dein Wein ist verwässert. 23 Deine Fürsten sind Aufrührer und eine Bande von Dieben, alle lassen sich gerne bestechen und jagen Geschenken nach. Sie verschaffen den Waisen kein Recht, die Sache der Witwen gelangt nicht vor sie. 24 Darum - Spruch Gottes, des Herrn der Heere, des Starken Israels: Weh meinen Gegnern, ich will Rache nehmen an ihnen, mich rächen an meinen Feinden. 25 Ich will meine Hand gegen dich wenden, deine Schlacken will ich mit Lauge ausschmelzen, all dein Blei schmelze ich aus. 26 Ich will dir wieder Richter geben wie am Anfang und Ratsherrn wie zu Beginn. Dann wird man dich die Burg der Gerechtigkeit nennen, die treue Stadt. 27 Zion wird durch das Recht gerettet, wer dort umkehrt, durch die Gerechtigkeit. 28 Doch alle Abtrünnigen und Sünder werden zerschmettert. Wer den Herrn verlässt, wird vernichtet. 29 Ihr werdet in Schande stürzen wegen der Eichen, die euch gefallen, und werdet euch schämen wegen der (heiligen) Haine, die ihr so gern habt. 30 Ihr werdet wie eine Eiche, deren Blätter verwelken, und wie ein Garten, dessen Wasser versiegt ist. 31 Dann wird der Starke zu Werg und sein Tun zum zündenden Funken; beide verbrennen zusammen und niemand kann löschen. |
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| 2 | ||
| Jerusalem als Mittelpunkt des messianischen
Reiches 1 Das Wort, das Jesaja, der Sohn des Amoz, in einer Vision über Juda und Jerusalem gehört hat. 2 Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. Zu ihm strömen alle Völker. 3 Viele Nationen machen sich auf den Weg. Sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn von Zion kommt die Weisung des Herrn, aus Jerusalem sein Wort. 4 Er spricht Recht im Streit der Völker, er weist viele Nationen zurecht. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg. 5 Ihr vom Haus Jakob, kommt, wir wollen unsere Wege gehen im Licht des Herrn. 6 Ja, du hast dein Volk, das Haus Jakob, verstoßen; denn es ist voll von Zauberern und Wahrsagern wie das Volk der Philister und überflutet von Fremden. 7 Sein Land ist voll Silber und Gold, zahllos sind seine Schätze. Sein Land ist voll von Pferden, zahllos sind seine Wagen. 8 Sein Land ist voll von Götzen. Alle beten das Werk ihrer Hände an, das ihre Finger gemacht haben. 9 Doch die Menschen müssen sich ducken, jeder Mann muss sich beugen. Verzeih ihnen nicht! 10 Verkriech dich im Felsen, verbirg dich im Staub vor dem Schrecken des Herrn und seiner strahlenden Pracht! 11 Da senken sich die stolzen Augen der Menschen, die hochmütigen Männer müssen sich ducken, der Herr allein ist erhaben an jenem Tag. 12 Denn der Tag des Herrn der Heere kommt über alles Stolze und Erhabene, über alles Hohe - es wird erniedrigt -, 13 über alle hoch ragenden Zedern des Libanon und alle Eichen des Baschan, 14 über alle hohen Berge und alle stattlichen Hügel, 15 über jeden hohen Turm und jede steile Mauer, 16 über alle Tarschisch-Schiffe und die kostbaren Segler. 17 Die stolzen Menschen müssen sich ducken, die hochmütigen Männer sich beugen, der Herr allein ist erhaben an jenem Tag. 18 Die Götzen aber schwinden alle dahin. 19 Verkriecht euch in Felshöhlen und Erdlöchern vor dem Schrecken des Herrn und vor seiner strahlenden Pracht, wenn er sich erhebt, um die Erde zu erschrecken. 20 An jenem Tag nimmt jeder seine silbernen und goldenen Götzen, die er gemacht hat, um sie anzubeten, und wirft sie den Fledermäusen und Ratten hin; 21 und man wird sich in den Spalten und Höhlen der Felsen verkriechen vor dem Schrecken des Herrn und vor seiner strahlenden Pracht, wenn er sich erhebt, um die Erde zu erschrecken. 22 [Lasst doch ab vom Menschen; in seiner Nase ist nur ein Lufthauch. Was bedeutet er schon?] |
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| 3 | ||
| 1 Seht, Gott, der Herr der Heere, nimmt Jerusalem
und Juda jede Stütze und Hilfe [jede Unterstützung mit Brot und
jede Unterstützung mit Wasser]: 2 den Helden und Krieger, den Richter
und den Propheten, den Wahrsager und den Ältesten, 3 den Hauptmann,
den Höfling, den Ratsherrn, den weisen Zauberer und den klugen Beschwörer.
4 Ich mache junge Burschen zu ihren Fürsten. Willkür soll über
sie herrschen. 5 Dann bedrängt im Volk einer den andern und jeder bedrängt
seinen Nächsten. Die Jungen sind frech zu den Alten, die Geringen zu
den geachteten Männern. 6 Dann fasst einer im Haus seines Vaters den
Bruder am Arm und sagt: Du hast noch einen Mantel, du musst unser Anführer
sein. Sei der Herr dieser Trümmer! 7 Der aber wird an jenem Tag schreien:
Ich bin doch kein Arzt und in meinem Haus gibt es kein Brot und es gibt
keinen Mantel. Macht mich nicht zum Führer des Volkes! 8 Ja, Jerusalem
stürzt und Juda fällt; denn ihre Worte und ihre Taten richten
sich gegen den Herrn, sie trotzen den Augen seiner Majestät. 9 Ihre
frechen Gesichter klagen sie an, wie Sodom reden sie ganz offen von ihren
Sünden. Weh ihnen, sie bereiten sich selber ihr Unglück. 10 Wohl
dem Gerechten, denn ihm geht es gut; er wird die Frucht seiner Taten genießen.
ohl dem Gerechten: Text korr. 11 Weh dem Frevler, ihm geht es schlecht;
denn was er selber getan hat, das wird man ihm antun. 12 Mein Volk - seine
Herrscher sind voller Willkür, Wucherer beherrschen das Volk. Mein
Volk, deine Führer führen dich in die Irre, sie bringen dich ab
vom richtigen Weg. 13 Der Herr steht bereit, um Recht zu sprechen; er steht
da, um sein Volk zu richten. 14 Der Herr geht ins Gericht mit den Ältesten
und den Fürsten seines Volkes: Ihr, ihr habt den Weinberg geplündert;
eure Häuser sind voll von dem, was ihr den Armen geraubt habt. 15 Wie
kommt ihr dazu, mein Volk zu zerschlagen? Ihr zermalmt das Gesicht der Armen
- Spruch des Herrn der Heere. 16 Der Herr sprach: Weil die Töchter
Zions hochmütig sind, ihre Hälse recken und mit verführerischen
Blicken daherkommen, immerzu trippelnd daherstolzieren und mit ihren Fußspangen
klirren, 17 darum wird der Herr den Scheitel der Töchter Zions mit
Schorf bedecken und ihre Schläfen kahl werden lassen. 18 An jenem Tag
wird ihnen der Herr ihren Schmuck wegnehmen: die Fußspangen, die kleinen
Sonnen und Monde, 19 die Ohrgehänge und Armkettchen, die Schleier 20
und Turbane, die Fußkettchen und die Prachtgürtel, die Riechfläschchen
und die Amulette, 21 die Fingerringe und Nasenreife, 22 die Festkleider
und Umhänge, die Umschlagtücher und Täschchen 23 und die
Spiegel, die feinen Schleier, die Schals und Kopftücher. 24 Dann habt
ihr Moder statt Balsam, Strick statt Gürtel, Glatze statt kunstvolle
Locken, Trauergewand statt Festkleid, ja, Schande statt Schönheit.
25 Deine Männer sterben durchs Schwert, deine jungen Krieger fallen
im Kampf. 26 Zions Tore ächzen und klagen; ausgeplündert sitzt
es am Boden. |
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| 4 | ||
| 1 An jenem Tag klammern sich sieben Frauen
an einen einzigen Mann und sagen: Wir wollen unser eigenes Brot essen und
uns selber kleiden, nur lass uns deinen Namen tragen, nimm die Schande von
uns! 2 An jenem Tag wird, was der Herr sprossen lässt, für alle
Israeliten, die entronnen sind, eine Zierde und Ehre sein; die Früchte
des Landes sind ihr Stolz und Ruhm. as der Herr sprossen lässt: Anklang
an den messianischen Ausdruck «Spross» in Jer 23,5; 33,15; Sach
3,8; 6,12. 3 Dann wird der Rest von Zion und wer in Jerusalem noch übrig
ist, heilig genannt werden, jeder, der in Jerusalem in das Verzeichnis derer,
die am Leben bleiben sollen, eingetragen ist. 4 Wenn der Herr durch den
Sturm des Gerichts und den Sturm der Läuterung von den Töchtern
Zions den Kot abgewaschen und aus Jerusalems Mitte die Blutschuld weggespült
hat, 5 dann kommt er und über dem ganzen Gebiet des Berges Zion und
seinen Festplätzen erscheint bei Tag eine Wolke und bei Nacht Rauch
und eine strahlende Feuerflamme. Denn über allem liegt als Schutz und
Schirm die Herrlichkeit des Herrn; 6 sie spendet bei Tag Schatten vor der
Hitze und ist Zuflucht und Obdach bei Unwetter und Regen. |
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| 5 | ||
| 1 Ich will ein Lied singen von meinem geliebten
Freund, ein Lied vom Weinberg meines Liebsten. Mein Freund hatte einen Weinberg
auf einer fruchtbaren Höhe. 2 Er grub ihn um und entfernte die Steine
und bepflanzte ihn mit den edelsten Reben. Er baute mitten darin einen Turm
und hieb eine Kelter darin aus. Dann hoffte er, dass der Weinberg süße
Trauben brächte, doch er brachte nur saure Beeren. 3 Nun sprecht das
Urteil, Jerusalems Bürger und ihr Männer von Juda, im Streit zwischen
mir und dem Weinberg! 4 Was konnte ich noch für meinen Weinberg tun,
das ich nicht für ihn tat? Warum hoffte ich denn auf süße
Trauben? Warum brachte er nur saure Beeren? 5 Jetzt aber will ich euch kundtun,
was ich mit meinem Weinberg mache: Ich entferne seine schützende Hecke;
so wird er zur Weide. Seine Mauer reiße ich ein; dann wird er zertrampelt.
6 Zu Ödland will ich ihn machen. Man soll seine Reben nicht schneiden
und soll ihn nicht hacken; Dornen und Disteln werden dort wuchern. Ich verbiete
den Wolken, ihm Regen zu spenden. 7 Ja, der Weinberg des Herrn der Heere
ist das Haus Israel und die Männer von Juda sind die Reben, die er
zu seiner Freude gepflanzt hat. Er hoffte auf Rechtsspruch - doch siehe
da: Rechtsbruch, und auf Gerechtigkeit - doch siehe da: Der Rechtlose schreit.
8 Weh euch, die ihr Haus an Haus reiht und Feld an Feld fügt, bis kein
Platz mehr da ist und ihr allein im Land ansässig seid. 9 Meine Ohren
hören das Wort des Herrn der Heere: Wahrhaftig, alle eure Häuser
sollen veröden. So groß und schön sie auch sind: Sie sollen
unbewohnt sein. 10 Ein Weinberg von zehn Morgen bringt nur ein Bat Wein,
ein Hómer Saatgut bringt nur ein Efa Korn. 11 Weh euch, die ihr schon
früh am Morgen hinter dem Bier her seid und sitzen bleibt bis spät
in die Nacht, wenn euch der Wein erhitzt. 12 Bei ihren Gelagen spielt man
Zither und Harfe, Pauken und Flöten; aber was der Herr tut, beachten
sie nicht, was seine Hände vollbringen, sehen sie nicht. 13 Darum muss
mein Volk in die Verbannung; denn es hat keine Erkenntnis. Seine Reichen
sterben vor Hunger, die Masse der Armen verschmachtet vor Durst. 14 Darum
sperrt die Unterwelt ihren Rachen auf, maßlos weit reißt sie
ihr Maul auf, sodass des Volkes Pracht und Reichtum hinabfährt, der
ganze lärmende, johlende Haufen. 15 Die Menschen müssen sich ducken,
jeder Mann muss sich beugen, die stolzen Augen werden sich senken. 16 Doch
der Herr der Heere ist erhaben, wenn er Gericht hält, durch seine Gerechtigkeit
erweist der heilige Gott sich als heilig. 17 Dann grasen dort Lämmer
wie auf der Weide, in den Ruinen weiden fette Schafe. 18 Weh euch, die ihr
die Strafe wie mit Ochsenstricken herbeizieht und die Sünde wie mit
Wagenseilen. 19 Ihr sagt: Was er tun will, das tue er schnell; er soll sich
beeilen, damit wir es sehen; was der Heilige Israels plant, treffe bald
ein; wir wollen es wissen. 20 Weh denen, die das Böse gut und das Gute
böse nennen, die die Finsternis zum Licht und das Licht zur Finsternis
machen, die das Bittere süß und das Süße bitter machen.
21 Weh denen, die in ihren eigenen Augen weise sind und sich selbst für
klug halten. 22 Weh denen, die Helden sind, wenn es gilt, Wein zu trinken,
und tapfer, wenn es gilt, starke Getränke zu brauen, 23 die den Schuldigen
für Bestechungsgeld freisprechen und dem Gerechten sein Recht vorenthalten.
24 Darum: Wie des Feuers Zunge die Stoppeln frisst und wie das Heu in der
Flamme zusammensinkt, so soll ihre Wurzel verfaulen und ihre Blüte
wie Staub aufgewirbelt werden. Denn sie haben die Weisung des Herrn der
Heere von sich gewiesen und über das Wort des Heiligen Israels gelästert.
25 Darum entbrennt der Zorn des Herrn gegen sein Volk; er streckt seine
Hand aus gegen das Volk und schlägt zu. Da erzittern die Berge und
die Leichen liegen auf den Gassen wie Abfall. Doch bei all dem lässt
sein Zorn nicht nach, seine Hand bleibt ausgestreckt. 26 Er stellt ein Feldzeichen
auf für ein Volk in der Ferne, er pfeift es herbei vom Ende der Erde
und schon kommen sie eilig heran. 27 Kein Müder ist unter ihnen, keiner,
der stolpert, keiner, der einnickt und schläft. Bei keinem löst
sich der Gürtel von den Hüften, noch reißt ein Schuhriemen
ab. 28 Ihre Pfeile sind scharf, alle ihre Bogen gespannt. Die Hufe ihrer
Pferde sind hart wie Kiesel, die Räder sausen dahin wie der Sturm.
29 Es ist ein Lärm wie das Brüllen des Löwen, wie wenn ein
Junglöwe brüllt. Er knurrt und packt seine Beute, er schleppt
sie fort und niemand reißt sie ihm weg. 30 Und es dröhnt über
ihnen an jenem Tag wie das Brausen des Meeres. Wohin man blickt auf der
Erde: nur Finsternis voller Angst; das Licht ist durch Wolken verdunkelt. |
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| 6 | ||
1 Im Todesjahr des Königs Usija sah ich den Herrn. Er saß auf einem hohen und erhabenen Thron. Der Saum seines Gewandes füllte den Tempel aus. 2 Serafim standen über ihm. Jeder hatte sechs Flügel: Mit zwei Flügeln bedeckten sie ihr Gesicht, mit zwei bedeckten sie ihre Füße und mit zwei flogen sie. 3 Sie riefen einander zu: Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heere. Von seiner Herrlichkeit ist die ganze Erde erfüllt. 4 Die Türschwellen bebten bei ihrem lauten Ruf und der Tempel füllte sich mit Rauch. 5 Da sagte ich: Weh mir, ich bin verloren. Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und lebe mitten in einem Volk mit unreinen Lippen und meine Augen haben den König, den Herrn der Heere, gesehen. 6 Da flog einer der Serafim zu mir; er trug in seiner Hand eine glühende Kohle, die er mit einer Zange vom Altar genommen hatte. 7 Er berührte damit meinen Mund und sagte: Das hier hat deine Lippen berührt: Deine Schuld ist getilgt, deine Sünde gesühnt. 8 Danach hörte ich die Stimme des Herrn, der sagte: Wen soll ich senden? Wer wird für uns gehen? Ich antwortete: Hier bin ich, sende mich! 9 Da sagte er: Geh und sag diesem Volk: Hören sollt ihr, hören, aber nicht verstehen. Sehen sollt ihr, sehen, aber nicht erkennen. 10 Verhärte das Herz dieses Volkes, verstopf ihm die Ohren, verkleb ihm die Augen, damit es mit seinen Augen nicht sieht und mit seinen Ohren nicht hört, damit sein Herz nicht zur Einsicht kommt und sich nicht bekehrt und nicht geheilt wird. 11 Ich fragte: Wie lange, Herr? Er antwortete: Bis die Städte verödet sind und unbewohnt, die Häuser menschenleer, bis das Ackerland zur Wüste geworden ist. 12 Der Herr wird die Menschen weit weg treiben; dann ist das Land leer und verlassen. 13 Bleibt darin noch ein Zehntel übrig - auch sie werden schließlich vernichtet, wie bei einer Eiche oder Terebinthe, von der nur der Stumpf bleibt, wenn man sie fällt. [Ihr Stumpf ist heiliger Same.] |
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