Woche 3

Bibelleseplan

Donnerstag / Dichtung
 
Hiob 5-6
 
5
1Ruf doch! Ist einer, der dir Antwort gibt? An wen von den Heiligen willst du dich wenden? 2Den Toren bringt der Ärger um, Leidenschaft tötet den Narren. 3Wohl sah ich einen Toren Wurzel fassen, doch plötzlich musste ich seine Wohnstatt verwünschen. 4Weit weg vom Heil sind seine Kinder, werden zertreten im Tor, sind ohne Helfer. 5Seine Ernte verzehrt der Hungernde, selbst aus Dornen holt er sie heraus, Durstige lechzen nach seinem Gut. 6Denn nicht aus dem Staub geht Unheil hervor, nicht aus dem Ackerboden sprosst die Mühsal, 7sondern der Mensch ist zur Mühsal geboren, wie Feuerfunken, die hochfliegen. 8Ich aber, ich würde Gott befragen und Gott meine Sache vorlegen, 9der Großes und Unergründliches tut, Wunder, die niemand zählen kann. 10Er spendet Regen über die Erde hin und sendet Wasser auf die weiten Fluren, 11um Niedere hoch zu erheben, damit Trauernde glücklich werden. 12Er zerbricht die Ränke der Listigen, damit ihre Hände nichts Rechtes vollbringen. 13Weise fängt er in ihrer List, damit der Schlauen Plan sich überstürzt. 14Am hellen Tag stoßen sie auf Finsternis, am Mittag tappen sie umher wie in der Nacht. 15Er rettet vor dem Schwert ihres Mundes, aus der Hand des Starken den Armen. 16Hoffnung wird den Geringen zuteil, die Bosheit muss ihr Maul verschließen. 17Ja, wohl dem Mann, den Gott zurechtweist. Die Zucht des Allmächtigen verschmähe nicht! 18Denn er verwundet und er verbindet, er schlägt, doch seine Hände heilen auch. 19In sechs Drangsalen wird er dich retten, in sieben rührt kein Leid dich an. 20In Hungerzeiten rettet er dich vom Tod, im Krieg aus der Gewalt des Schwertes. 21Du bist geborgen vor der Geißel der Zunge, brauchst nicht zu bangen, dass Verwüstung kommt. 22Über Verwüstung und Hunger kannst du lachen, von wilden Tieren hast du nichts zu fürchten. 23Mit den Steinen des Feldes bist du verbündet, die Tiere des Feldes werden Frieden mit dir halten. 24Du wirst erfahren, dass dein Zelt in Frieden bleibt; prüfst du dein Heim, so fehlt dir nichts. 25Du wirst erfahren, dass deine Nachkommen zahlreich sind, deine Sprösslinge wie das Gras der Erde. 26Bei voller Kraft steigst du ins Grab, wie man Garben einbringt zu ihrer Zeit. 27Ja, das haben wir erforscht, so ist es. Wir haben es gehört. Nimm auch du es an! ir haben es gehört: Text korr. nach G und S; H: Hör es!
6
Das unerträgliche Los
1Da antwortete Ijob und sprach: 2Ach, würde doch mein Gram gewogen, legte man auf die Waage auch mein Leid! 3Denn nun ist es schwerer als der Sand des Meeres, darum reden meine Worte irr. 4Die Pfeile des Allmächtigen stecken in mir, mein Geist hat ihr Gift getrunken, Gottes Schrecken stellen sich gegen mich. 5Schreit denn der Wildesel beim Gras oder brüllt der Stier bei seinem Futter? 6Isst man denn ungesalzene Speise? Wer hat Geschmack an fadem Schleim? 7Ich sträube mich, daran zu rühren, das alles ist mir wie verdorbenes Brot. 8Käme doch, was ich begehre, und gäbe Gott, was ich erhoffe. 9Und wollte Gott mich doch zermalmen, seine Hand erheben, um mich abzuschneiden. 10Das wäre noch ein Trost für mich; ich hüpfte auf im Leid, mit dem er mich nicht schont. Denn ich habe die Worte des Heiligen nicht verleugnet. 11Was ist meine Kraft, dass ich aushalten könnte, wann kommt mein Ende, dass ich mich gedulde? 12Ist meine Kraft denn Felsenkraft, ist mein Fleisch denn aus Erz? 13Gibt es keine Hilfe mehr für mich, ist mir jede Rettung entschwunden? 14Des Freundes Liebe gehört dem Verzagten, auch wenn er den Allmächtigen nicht mehr fürchtet. 15Meine Brüder sind trügerisch wie ein Bach, wie Wasserläufe, die verrinnen; 16trüb sind sie vom Eis, wenn über ihnen der Schnee schmilzt. 17Zur Zeit der Hitze versiegen sie; wenn es heiß wird, verdunsten sie in ihrem Bett. 18Karawanen biegen ab vom Weg, folgen ihnen in die Wüste und kommen um. 19Nach ihnen spähen Karawanen aus Tema, auf sie vertrauen Handelszüge aus Saba. 20In ihrer Hoffnung werden sie betrogen, kommen hin und sind enttäuscht. 21So seid ihr jetzt ein Nein geworden: Ihr schaut das Entsetzliche und schaudert. 22Habe ich denn gesagt: Gebt mir etwas, von eurem Vermögen zahlt für mich? 23Rettet mich aus dem Griff des Bedrängers, kauft mich los aus der Hand der Tyrannen! 24Belehrt mich, so werde ich schweigen; worin ich fehlte, macht mir klar! 25Wie wurden redliche Worte verhöhnt, was kann euer Tadel rügen? 26Gedenkt ihr, Worte zu tadeln? Spricht der Verzweifelte in den Wind? 27Selbst um ein Waisenkind würdet ihr würfeln, sogar euren Freund verschachern. 28Habt endlich die Güte, wendet euch mir zu, ich lüge euch nicht ins Gesicht. 29Kehrt um, kein Unrecht soll geschehen, kehrt um, noch bin ich im Recht. 30Ist denn Unrecht auf meiner Zunge oder schmeckt mein Gaumen das Schlechte nicht?