Woche 4

Bibelleseplan

Freitag / Prophetie
 
Jesaja
18-22
 
18
1 Weh dem Land der Heuschreckenschwärme jenseits der Flüsse von Kusch. 2 Es schickt seine Boten aus auf dem Nil, in Papyruskähnen über das Wasser. Geht, ihr schnellen Boten, zu dem hoch gewachsenen Volk mit der glänzenden Haut, zu der Nation, die man weit und breit fürchtet, zu dem Volk, das kraftvoll alles zertritt, dessen Land von den Flüssen durchschnitten wird. 3 Ihr Bewohner der Welt, ihr Bürger der Erde, seht alle hin, wenn man das Zeichen aufstellt auf den Bergen, horcht alle auf, wenn man das Widderhorn bläst. 4 Denn so hat der Herr zu mir gesprochen: Ich will mir alles betrachten von meinem Platz aus, unbewegt wie die glühende Hitze am Mittag, wie die Dunstwolken in der Hitze des Sommers. 5 Ja, noch vor der Ernte, wenn die Blüte vorbei ist und die Frucht zur Traube heranreift, schneidet er die Reben ab mit dem Messer; er entfernt die Triebe, er reißt sie ab. 6 Sie alle werden den Raubvögeln der Berge überlassen und den wilden Tieren im Land. Den Sommer über sitzen die Raubvögel darauf und im Winter sind dort die wilden Tiere. 7 In jener Zeit werden von dem hoch gewachsenen Volk mit der glänzenden Haut dem Herrn der Heere Geschenke gebracht, von der Nation, die man weit und breit fürchtet, von dem Volk, das kraftvoll alles zertritt, dessen Land von Flüssen durchschnitten wird. Man bringt die Geschenke an den Ort, wo der Name des Herrn der Heere gegenwärtig ist: zum Berg Zion.
19

1 Ausspruch über Ägypten. Seht, der Herr fährt auf einer leichten Wolke daher; er kommt nach Ägypten. Vor seinem Angesicht zittern die Götter Ägyptens, den Ägyptern verzagt das Herz in der Brust. 2 Ich hetze Ägypter gegen Ägypter und sie kämpfen gegeneinander: Bruder gegen Bruder, Nachbar gegen Nachbar, Stadt gegen Stadt, Gau gegen Gau. 3 Der Geist Ägyptens gerät mitten in ihm in Verwirrung, ich vereitle seine Pläne. Dann befragen sie die Götter und die Zauberer, die Totengeister und die Gelehrten. 4 Doch ich gebe die Ägypter in die Gewalt eines strengen Herrn, ein harter König wird über sie herrschen - Spruch Gottes, des Herrn der Heere. 5 Das Wasser im Meer versiegt, der Fluss trocknet aus. 6 Die Kanäle Ägyptens verbreiten üble Gerüche, seicht und trocken sind die Arme des Nil, Binsen und Schilfrohr verwelken. 7 Das Riedgras am Nil, an der Mündung des Nil, alle Saaten am Nil sind vertrocknet, sie sind verweht und dahin. 8 Die Fischer klagen und trauern, alle, die ihre Angel auswerfen im Nil. Wer sein Netz im Wasser auslegen will, ist bekümmert. 9 Wer Flachs anbaut, erntet Enttäuschung. Die Hechlerinnen und die Weber erblassen; 10 die Seiler sind niedergeschlagen; alle Arbeiter verlieren den Mut. 11 Die Fürsten von Zoan sind Narren; was die Weisen dem Pharao raten, ist Unsinn. Wie könnt ihr zum Pharao sagen: Ich bin der Sohn eines Weisen, der Sohn von königlichen Ahnen? 12 Wo sind denn deine weisen Berater? Sie sollen dir sagen und erklären, was der Herr der Heere beschlossen hat über Ägypten. 13 Die Fürsten von Zoan sind dumm und die Fürsten von Memfis lassen sich täuschen. Die Führer der Stämme führen Ägypten in die Irre. 14 Der Herr hat ihnen einen Geist eingegossen, der sie schwindlig macht, sodass sie Ägypten in die Irre führen bei allem, was es tut, und es nun wie ein Betrunkener taumelt, der sich erbricht. 15 So wird in Ägypten niemand mehr etwas vollbringen, niemand, weder Kopf noch Schwanz, weder Palme noch Binse. 16 An jenem Tag werden die Ägypter wie die Weiber sein: Sie erschrecken und zittern, wenn der Herr der Heere seine Faust gegen sie schwingt. 17 Das Land Juda wird für Ägypten zum Schrecken werden. Sooft man Judas Namen erwähnt, erschrickt Ägypten vor dem Plan, den der Herr der Heere gegen Ägypten gefasst hat. 18 An jenem Tag werden fünf Städte in Ägypten die Sprache Kanaans sprechen und beim Herrn der Heere schwören. Eine von ihnen wird Ir-Heres (Sonnenstadt) heißen. 19 An jenem Tag wird es für den Herrn mitten in Ägypten einen Altar geben und an Ägyptens Grenze wird ein Steinmal für den Herrn aufgestellt. 20 Das wird ein Zeichen und Zeugnis für den Herrn der Heere in Ägypten sein: Wenn sie beim Herrn gegen ihre Unterdrücker Klage erheben, wird er ihnen einen Retter schicken, der für sie kämpft und sie befreit. 21 Der Herr wird sich den Ägyptern offenbaren und die Ägypter werden an jenem Tag den Herrn erkennen; sie werden ihm Schlachtopfer und Speiseopfer darbringen, sie werden dem Herrn Gelübde ablegen und sie auch erfüllen. 22 Der Herr wird die Ägypter zwar schlagen, er wird sie aber auch heilen: Wenn sie zum Herrn umkehren, lässt er sich durch ihre Bitte erweichen und heilt sie. 23 An jenem Tag wird eine Straße von Ägypten nach Assur führen, sodass die Assyrer nach Ägypten und die Ägypter nach Assur ziehen können. Und Ägypten wird zusammen mit Assur (dem Herrn) dienen. 24 An jenem Tag wird Israel als Drittes dem Bund von Ägypten und Assur beitreten, zum Segen für die ganze Erde. 25 Denn der Herr der Heere wird sie segnen und sagen: Gesegnet ist Ägypten, mein Volk, und Assur, das Werk meiner Hände, und Israel, mein Erbbesitz.
20

1 In dem Jahr nun, in dem im Auftrag des Königs Sargon von Assur ein Feldherr nach Aschdod kam, es belagerte und eroberte, 2 Der Herr hatte durch Jesaja, den Sohn des Amoz gesprochen und gesagt: Geh, leg dein Bußgewand ab und zieh deine Schuhe aus! Jesaja hatte es getan und war nackt und barfuß umhergegangen. 3 sagte der Herr: Dass mein Knecht Jesaja drei Jahre lang nackt und barfuß umherging, ist ein (warnendes) Zeichen und Sinnbild für Ägypten und Kusch: 4 So werden die gefangenen Ägypter und die aus ihrer Heimat vertriebenen Kuschiter, Jung und Alt, vom König von Assur nackt und barfuß weggeführt - mit entblößtem Gesäß, zur Schande Ägyptens. 5 Dann wird man erschrecken und sich schämen, weil man nach Kusch Ausschau gehalten und mit Ägypten geprahlt hat. 6 Und die Bewohner der Küstenstädte werden an jenem Tag sagen: Seht, so geht es denen, nach denen wir Ausschau hielten und zu denen wir flohen, um Hilfe und Rettung vor dem König von Assur zu finden. Wie können dann wir noch entkommen?
21
1 Ausspruch über die Wüste am Meer: Wie die Stürme im Negeb toben, so kommt Unheil aus der Wüste, aus dem schaurigen Land. 2 Eine schreckliche Vision wurde mir gezeigt: Der Empörer empört sich, der Vernichter vernichtet. Zieh herauf, Elam! Medien, beginne mit der Belagerung! Ich mache allem Seufzen ein Ende. 3 Darum zittert mein ganzer Leib, Krämpfe befallen mich wie die Wehen eine gebärende Frau. Ich bin betäubt von dem, was ich höre, bestürzt von dem, was ich sehe. 4 Mein Herz pocht wild, mich schüttelt ein Schauder. Das ersehnte Dunkel des Abends macht der Herr für mich zum Schrecken. 5 Man deckt den Tisch, legt die Polster zurecht und isst und trinkt. Steht auf, ihr Fürsten, ölt euren Schild ein! 6 Denn so hat der Herr zu mir gesagt: Geh, stell einen Späher auf! Was er sieht, soll er melden. 7 Sieht er Wagen und Pferdegespanne, einen Zug von Eseln, einen Zug von Kamelen, soll er darauf achten, genau darauf achten. 8 Der Späher rief: Herr, den ganzen Tag stehe ich auf meinem Posten, die ganze Nacht halte ich Wache. 9 Seht, dort kommt ein Zug von Männern, dazu Pferdegespanne. Und er begann zu rufen: Gefallen ist Babel, gefallen, und all seine Götterbilder hat man zu Boden geschmettert. 10 Du mein zerschlagenes, zerdroschenes Volk! Was ich hörte vom Herrn der Heere, von Israels Gott, das verkünde ich euch. 11 Ausspruch über Edom. Aus Seïr ruft man mir zu: Wächter, wie lange noch dauert die Nacht? Wächter, wie lange noch dauert die Nacht? 12 Der Wächter antwortet: Es kommt der Morgen, es kommt auch die Nacht. Wenn ihr fragen wollt, kommt wieder und fragt! 13 Ausspruch über Arabien. Übernachtet im Gebüsch, in der Steppe, ihr Karawanen von Dedan! 14 Bringt den Durstigen Wasser, ihr Bewohner der Gegend von Tema! Kommt den Fliehenden entgegen mit Brot! 15 Denn sie sind vor den Schwertern geflohen, vor dem gezückten Schwert, vor dem gespannten Bogen, vor dem schweren Kampf. 16 Denn so hat der Herr zu mir gesagt: Noch ein Jahr - ein Söldnerjahr -, dann ist es mit der ganzen Macht Kedars zu Ende. 17 Von den Bogenschützen in Kedar bleiben nur wenige übrig. Der Herr, der Gott Israels, hat gesprochen.
22
1 Ausspruch über das Tal der Vision. Was ist mit dir? Warum sind deine Bewohner alle auf die Dächer gestiegen, 2 du Stadt voll Lärm und Gedränge, du fröhliche Burg? Deine Toten wurden nicht vom Schwert getötet, sie sind nicht im Krieg gefallen. 3 Alle deine Anführer sind gemeinsam geflohen, ohne einen einzigen Bogenschuss wurden sie gefangen; alle, die man von dir noch fand, wurden gefesselt, wenn sie auch noch so weit flohen. 4 Darum sage ich: Blickt von mir weg, ich weine in bitterem Schmerz. Bemüht euch nicht, mich zu trösten über die Misshandlung der Tochter, meines Volkes. 5 Denn einen Tag der Bestürzung, der Verwüstung und Verwirrung schickt Gott, der Herr der Heere. Im Tal der Vision macht man gewaltigen Lärm und stürmt mit Geschrei gegen den Berg an. 6 Elam hat den Köcher umgehängt, vor die Wagen Arams sind Pferde gespannt, Kir hat den Schild aus der Hülle genommen. 7 Deine herrlichen Täler füllten sich mit Wagen, vor deinem Tor stellten sich die Reiter auf. 8 So nahm er Juda jeden Schutz. Ihr aber habt an jenem Tag nach euren Waffen im «Waldhaus» gesehen; 9 ihr habt festgestellt, wie rissig die (Mauer der) Davidstadt war; ihr habt im unteren Teich das Wasser gesammelt 10 und habt Jerusalems Häuser gezählt; ihr habt die Häuser abgerissen und (mit den Steinen) die Mauer befestigt; 11 ihr habt zwischen den beiden Mauern ein Becken angelegt, um das Wasser des alten Teiches zu sammeln, doch ihr habt nicht auf den geblickt, der alles bewirkt; ihr habt nicht auf den geschaut, der alles aus der Ferne bestimmt. 12 An jenem Tag befahl Gott, der Herr der Heere, zu weinen und zu klagen, sich eine Glatze zu scheren und Trauergewänder zu tragen. 13 Doch was sieht man: Freude und Frohsinn, Rindertöten und Schafeschlachten, Fleischessen und Weintrinken, (und ihr sagt:) Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot. 14 Der Herr der Heere hat mir offenbart: Diese Schuld wird euch bis zu eurem Tod nicht vergeben, spricht Gott, der Herr der Heere. 15 So spricht Gott, der Herr der Heere: Auf, geh zu dem Verwalter hier, zu Schebna, dem Palastvorsteher, 16 und sag: Wie kommst du dazu und wer bist du denn, dass du dir hier ein Grab aushauen lässt? - Da lässt er sich hoch oben ein Grab aushauen, im Felsen sich eine Wohnung ausmeißeln! - 17 Gib Acht, der Herr wird dich in hohem Bogen wegschleudern. 18 Er wird dich zu einem Knäuel zusammenwickeln und wie einen Ball in ein geräumiges Land rollen. Dort wirst du sterben; dorthin kommen dann deine Prunkwagen, du Schandfleck im Haus deines Herrn. 19 Ich verjage dich aus deinem Amt, ich vertreibe dich von deinem Posten.

Die Einsetzung Eljakims
20 An jenem Tag werde ich meinen Knecht Eljakim, den Sohn Hilkijas, berufen. 21 Ich bekleide ihn mit deinem Gewand und lege ihm deine Schärpe um. Ich übergebe ihm dein Amt und er wird für die Einwohner Jerusalems und für das Haus Juda ein Vater sein. 22 Ich lege ihm den Schlüssel des Hauses David auf die Schulter. Wenn er öffnet, kann niemand schließen; wenn er schließt, kann niemand öffnen. 23 Ich schlage ihn an einer festen Stelle als Pflock ein; er wird in seinem Vaterhaus den Ehrenplatz einnehmen. 24 Wenn sich aber all die vielen Mitglieder seines Vaterhauses mit Kindern und Kindeskindern an ihn hängen, alle die Kännchen, die Töpfe und Krüge, 25 an jenem Tag - Spruch des Herrn der Heere - wird der Pflock, den man an der festen Stelle eingeschlagen hat, nachgeben. Er wird herausbrechen und herunterfallen, sodass alles zerbricht, was an ihm aufgehängt war. Wahrhaftig, der Herr hat gesprochen.