| Woche 6 | Bibelleseplan |
Sonntag / Briefe |
Röm.11-12 |
||
| 11 | ||
| 1Ich frage also: Hat Gott sein Volk verstoßen?
Keineswegs! Denn auch ich bin ein Israelit, ein Nachkomme Abrahams, aus
dem Stamm Benjamin. 2Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er einst
erwählt hat. Oder wisst ihr nicht, was die Schrift von Elija berichtet?
Elija führte Klage gegen Israel und sagte: 3Herr, sie haben deine Propheten
getötet und deine Altäre zerstört. Ich allein bin übrig
geblieben, und nun trachten sie auch mir nach dem Leben. 4Gott aber antwortete
ihm: Ich habe siebentausend Männer für mich übrig gelassen,
die ihr Knie nicht vor Baal gebeugt haben. 5Ebenso gibt es auch in der gegenwärtigen
Zeit einen Rest, der aus Gnade erwählt ist - 6aus Gnade, nicht mehr
aufgrund von Werken; sonst wäre die Gnade nicht mehr Gnade. 7Das bedeutet:
Was Israel erstrebt, hat nicht das ganze Volk, sondern nur der erwählte
Rest erlangt; die übrigen wurden verstockt, 8wie es in der Schrift
heißt: Gott gab ihnen einen Geist der Betäubung, Augen, die nicht
sehen, und Ohren, die nicht hören, bis zum heutigen Tag. 9Und David
sagt: Ihr Opfertisch werde für sie zur Schlinge und zur Falle, zur
Ursache des Sturzes und der Bestrafung. 10Ihre Augen sollen erblinden, sodass
sie nichts mehr sehen; ihren Rücken beuge für immer! 11Nun frage
ich: Sind sie etwa gestrauchelt, damit sie zu Fall kommen? Keineswegs! Vielmehr
kam durch ihr Versagen das Heil zu den Heiden, um sie selbst eifersüchtig
zu machen. 12Wenn aber schon durch ihr Versagen die Welt und durch ihr Verschulden
die Heiden reich werden, dann wird das erst recht geschehen, wenn ganz Israel
zum Glauben kommt. 13Euch, den Heiden, sage ich: Gerade als Apostel der
Heiden preise ich meinen Dienst, 14weil ich hoffe, die Angehörigen
meines Volkes eifersüchtig zu machen und wenigstens einige von ihnen
zu retten. 15Denn wenn schon ihre Verwerfung für die Welt Versöhnung
gebracht hat, dann wird ihre Annahme nichts anderes sein als Leben aus dem
Tod. 16Ist die Erstlingsgabe vom Teig heilig, so ist es auch der ganze Teig;
ist die Wurzel heilig, so sind es auch die Zweige. 17Wenn aber einige Zweige
herausgebrochen wurden und wenn du als Zweig vom wilden Ölbaum in den
edlen Ölbaum eingepfropft wurdest und damit Anteil erhieltest an der
Kraft seiner Wurzel, 18so erhebe dich nicht über die anderen Zweige.
Wenn du es aber tust, sollst du wissen: Nicht du trägst die Wurzel,
sondern die Wurzel trägt dich. 19Nun wirst du sagen: Die Zweige wurden
doch herausgebrochen, damit ich eingepfropft werde. 20Gewiss, sie wurden
herausgebrochen, weil sie nicht glaubten. Du aber stehst an ihrer Stelle,
weil du glaubst. Sei daher nicht überheblich, sondern fürchte
dich! 21Hat Gott die Zweige, die von Natur zum edlen Baum gehören,
nicht verschont, so wird er auch dich nicht verschonen. 22Erkenne die Güte
Gottes und seine Strenge! Die Strenge gegen jene, die gefallen sind, Gottes
Güte aber gegen dich, sofern du in seiner Güte bleibst; sonst
wirst auch du herausgehauen werden. 23Ebenso werden auch jene, wenn sie
nicht am Unglauben fest halten, wieder eingepfropft werden; denn Gott hat
die Macht, sie wieder einzupfropfen. 24Wenn du aus dem von Natur wilden
Ölbaum herausgehauen und gegen die Natur in den edlen Ölbaum eingepfropft
wurdest, dann werden erst recht sie als die von Natur zugehörigen Zweige
ihrem eigenen Ölbaum wieder eingepfropft werden. 25Damit ihr euch nicht
auf eigene Einsicht verlasst, Brüder, sollt ihr dieses Geheimnis wissen:
Verstockung liegt auf einem Teil Israels, bis die Heiden in voller Zahl
das Heil erlangt haben; 26dann wird ganz Israel gerettet werden, wie es
in der Schrift heißt: Der Retter wird aus Zion kommen, er wird alle
Gottlosigkeit von Jakob entfernen. 27Das ist der Bund, den ich ihnen gewähre,
wenn ich ihre Sünden wegnehme. 28Vom Evangelium her gesehen sind sie
Feinde Gottes, und das um euretwillen; von ihrer Erwählung her gesehen
sind sie von Gott geliebt, und das um der Väter willen. 29Denn unwiderruflich
sind Gnade und Berufung, die Gott gewährt. 30Und wie ihr einst Gott
ungehorsam wart, jetzt aber infolge ihres Ungehorsams Erbarmen gefunden
habt, 31so sind sie infolge des Erbarmens, das ihr gefunden habt, ungehorsam
geworden, damit jetzt auch sie Erbarmen finden. 32Gott hat alle in den Ungehorsam
eingeschlossen, um sich aller zu erbarmen. 33O Tiefe des Reichtums, der
Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Entscheidungen,
wie unerforschlich seine Wege! 34Denn wer hat die Gedanken des Herrn erkannt?
Oder wer ist sein Ratgeber gewesen? 35Wer hat ihm etwas gegeben, sodass
Gott ihm etwas zurückgeben müsste? 36Denn aus ihm und durch ihn
und auf ihn hin ist die ganze Schöpfung. Ihm sei Ehre in Ewigkeit!
Amen. |
||
| 12 | ||
1Angesichts des Erbarmens Gottes ermahne ich euch, meine Brüder, euch selbst als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen, das Gott gefällt; das ist für euch der wahre und angemessene Gottesdienst. 2Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: was ihm gefällt, was gut und vollkommen ist. 3Aufgrund der Gnade, die mir gegeben ist, sage ich einem jeden von euch: Strebt nicht über das hinaus, was euch zukommt, sondern strebt danach, besonnen zu sein, jeder nach dem Maß des Glaubens, das Gott ihm zugeteilt hat. 4Denn wie wir an dem einen Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder denselben Dienst leisten, 5so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus, als einzelne aber sind wir Glieder, die zueinander gehören. 6Wir haben unterschiedliche Gaben, je nach der uns verliehenen Gnade. Hat einer die Gabe prophetischer Rede, dann rede er in Übereinstimmung mit dem Glauben; 7hat einer die Gabe des Dienens, dann diene er. Wer zum Lehren berufen ist, der lehre; 8wer zum Trösten und Ermahnen berufen ist, der tröste und ermahne. Wer gibt, gebe ohne Hintergedanken; wer Vorsteher ist, setze sich eifrig ein; wer Barmherzigkeit übt, der tue es freudig. 9Eure Liebe sei ohne Heuchelei. Verabscheut das Böse, haltet fest am Guten! 10Seid einander in brüderlicher Liebe zugetan, übertrefft euch in gegenseitiger Achtung! 11Lasst nicht nach in eurem Eifer, lasst euch vom Geist entflammen und dient dem Herrn! 12Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet! 13Helft den Heiligen, wenn sie in Not sind; gewährt jederzeit Gastfreundschaft! 14Segnet eure Verfolger; segnet sie, verflucht sie nicht! 15Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden! 16Seid untereinander eines Sinnes; strebt nicht hoch hinaus, sondern bleibt demütig! Haltet euch nicht selbst für weise! 17Vergeltet niemand Böses mit Bösem! Seid allen Menschen gegenüber auf Gutes bedacht! 18Soweit es euch möglich ist, haltet mit allen Menschen Frieden! 19Rächt euch nicht selber, liebe Brüder, sondern lasst Raum für den Zorn (Gottes); denn in der Schrift steht: Mein ist die Rache, ich werde vergelten, spricht der Herr. 20Vielmehr: Wenn dein Feind Hunger hat, gib ihm zu essen, wenn er Durst hat, gib ihm zu trinken; tust du das, dann sammelst du glühende Kohlen auf sein Haupt. 21Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute! |
||