Woche 7

Bibelleseplan

Donnerstag / Dichtung
 
Hiob 13-14
 
13
1Seht, all das hat mein Auge gesehen, mein Ohr gehört und wohl gemerkt. 2Was ihr wisst, weiß ich auch; ich falle nicht ab im Vergleich mit euch. 3Doch ich will zum Allmächtigen reden, mit Gott zu rechten ist mein Wunsch. 4Ihr aber seid nur Lügentüncher, untaugliche Ärzte alle. 5Dass ihr endlich schweigen wolltet; das würde Weisheit für euch sein. 6Hört doch meinen Rechtsbeweis, merkt auf die Streitreden meiner Lippen! 7Wollt ihr für Gott Verkehrtes reden und seinetwegen Lügen sprechen? 8Wollt ihr für ihn Partei ergreifen, für Gott den Rechtsstreit führen? 9Ginge es gut, wenn er euch durchforschte, könnt ihr ihn täuschen, wie man Menschen täuscht? 10In harte Zucht wird er euch nehmen, wenn ihr heimlich Partei ergreift. 11Wird seine Hoheit euch nicht schrecken, nicht Schrecken vor ihm euch überfallen? 12Eure Merksätze sind Sprüche aus Staub, eure Schilde Schilde aus Lehm. 13Schweigt vor mir, damit ich reden kann. Dann komme auf mich, was mag. 14Meinen Leib nehme ich zwischen die Zähne, in meine Hand leg ich mein Leben. 15Er mag mich töten, ich harre auf ihn; doch meine Wege verteidige ich vor ihm. 16Schon das wird mir zum Heile dienen, kein Ruchloser kommt ja vor sein Angesicht. 17Hört nun genau auf meine Rede, was ich erkläre vor euren Ohren. 18Seht, ich bringe den Rechtsfall vor; ich weiß, ich bin im Recht. 19Wer ist es, der mit mir streitet? Gut, dann will ich schweigen und verscheiden. 20Zwei Dinge nur tu mir nicht an, dann verberge ich mich nicht vor dir: 21Zieh deine Hand von mir zurück; nicht soll die Angst vor dir mich schrecken. 22Dann rufe und ich will Rede stehen oder ich rede und du antworte mir! 23Wie viel habe ich an Sünden und Vergehen? Meine Schuld und mein Vergehen sag mir an! 24Warum verbirgst du dein Angesicht und siehst mich an als deinen Feind? 25Verwehtes Laub willst du noch scheuchen, dürre Spreu noch forttreiben? 26Denn Bitterkeit verschreibst du mir, teilst mir die Sünden meiner Jugend zu. 27In den Block legst du meine Füße, du überwachst auch alle meine Pfade und zeichnest einen Strich um meiner Füße Sohlen. 28Er selbst zerfällt wie Verfaultes, dem Kleide gleich, das die Motte fraß.
14
1Der Mensch, vom Weib geboren, knapp an Tagen, unruhvoll, 2er geht wie die Blume auf und welkt, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht bestehen. 3Doch über ihm hältst du dein Auge offen und ihn bringst du ins Gericht mit dir. 4Kann denn ein Reiner von Unreinem kommen? Nicht ein Einziger. 5Wenn seine Tage fest bestimmt sind und die Zahl seiner Monde bei dir, wenn du gesetzt hast seine Grenzen, sodass er sie nicht überschreitet, 6schau weg von ihm! Lass ab, damit er seines Tags sich freue wie ein Tagelöhner. 7Denn für den Baum besteht noch Hoffnung, ist er gefällt, so treibt er wieder, sein Sprössling bleibt nicht aus. 8Wenn in der Erde seine Wurzel altert und sein Stumpf im Boden stirbt, 9vom Dunst des Wassers sprosst er wieder und wie ein Setzling treibt er Zweige. 10Doch stirbt ein Mann, so bleibt er kraftlos, verscheidet ein Mensch, wo ist er dann? 11Die Wasser schwinden aus dem Meer, der Strom vertrocknet und versiegt. 12So legt der Mensch sich hin, steht nie mehr auf; die Himmel werden vergehen, eh er erwacht, eh er aus seinem Schlaf geweckt wird. 13Dass du mich in der Unterwelt verstecktest, mich bergen wolltest, bis dein Zorn sich wendet, ein Ziel mir setztest und dann an mich dächtest! 14Wenn einer stirbt, lebt er dann wieder auf? Alle Tage meines Kriegsdienstes harrte ich, bis einer käme, um mich abzulösen. 15Du riefest und ich gäbe Antwort, du sehntest dich nach deiner Hände Werk. 16Dann würdest du meine Schritte zählen, auf meinen Fehltritt nicht mehr achten. 17Versiegelt im Beutel wäre mein Vergehen, du würdest meinen Frevel übertünchen. 18Jedoch der Berg, der fällt, zergeht, von seiner Stätte rückt der Fels. 19Das Wasser zerreibt Steine, Platzregen spült das Erdreich fort; so machst du das Hoffen des Menschen zunichte. 20Du bezwingst ihn für immer, so geht er dahin, du entstellst sein Gesicht und schickst ihn fort. 21Sind seine Kinder in Ehren, er weiß es nicht; sind sie verachtet, er merkt es nicht. 22Sein Leib fühlt nur die eigenen Schmerzen, seine Seele trauert nur um sich selbst.