| Woche 8 | Bibelleseplan |
Montag / Das Gesetz |
1.Mose 28-31 |
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| 28 | ||
| 1Isaak rief Jakob, segnete ihn und befahl ihm:
Nimm keine Kanaaniterin zur Frau! 2Mach dich auf, geh nach Paddan-Aram,
zum Haus Betuëls, des Vaters deiner Mutter! Hol dir von dort eine Frau,
eine von den Töchtern Labans, des Bruders deiner Mutter! 3Gott der
Allmächtige wird dich segnen, er wird dich fruchtbar machen und vermehren:
Zu einer Schar von Völkern wirst du werden. 4Er wird dir und mit dir
auch deinen Nachkommen den Segen Abrahams verleihen, damit du das Land in
Besitz nimmst, in dem du als Fremder lebst, das aber Gott Abraham gegeben
hat. 5Isaak verabschiedete Jakob und Jakob zog nach Paddan-Aram zu Laban,
dem Sohn des Aramäers Betuël. Dieser war der Bruder Rebekkas,
der Mutter Jakobs und Esaus. 6Esau sah, dass Isaak Jakob segnete und nach
Paddan-Aram schickte, damit er sich von dort eine Frau holt. Als er ihn
segnete, trug er ihm auf: Nimm dir keine Kanaaniterin zur Frau! 7Jakob hörte
auf seinen Vater und seine Mutter und begab sich auf den Weg nach Paddan-Aram.
8Als Esau merkte, dass die Kanaaniterinnen seinem Vater Isaak nicht gefielen,
9ging er zu Ismael und nahm zu seinen Frauen noch Mahalat als Frau hinzu,
die Schwester Nebajots, die Tochter Ismaels, des Sohnes Abrahams. 10Jakob
zog aus Beerscheba weg und ging nach Haran. 11Er kam an einen bestimmten
Ort, wo er übernachtete, denn die Sonne war untergegangen. Er nahm
einen von den Steinen dieses Ortes, legte ihn unter seinen Kopf und schlief
dort ein. 12Da hatte er einen Traum: Er sah eine Treppe, die auf der Erde
stand und bis zum Himmel reichte. Auf ihr stiegen Engel Gottes auf und nieder.
13Und siehe, der Herr stand oben und sprach: Ich bin der Herr, der Gott
deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks. Das Land, auf dem du liegst,
will ich dir und deinen Nachkommen geben. 14Deine Nachkommen werden zahlreich
sein wie der Staub auf der Erde. Du wirst dich unaufhaltsam ausbreiten nach
Westen und Osten, nach Norden und Süden und durch dich und deine Nachkommen
werden alle Geschlechter der Erde Segen erlangen. 15Ich bin mit dir, ich
behüte dich, wohin du auch gehst, und bringe dich zurück in dieses
Land. Denn ich verlasse dich nicht, bis ich vollbringe, was ich dir versprochen
habe. 16Jakob erwachte aus seinem Schlaf und sagte: Wirklich, der Herr ist
an diesem Ort und ich wusste es nicht. 17Furcht überkam ihn und er
sagte: Wie Ehrfurcht gebietend ist doch dieser Ort! Hier ist nichts anderes
als das Haus Gottes und das Tor des Himmels. 18Jakob stand früh am
Morgen auf, nahm den Stein, den er unter seinen Kopf gelegt hatte, stellte
ihn als Steinmal auf und goss Öl darauf. 19Dann gab er dem Ort den
Namen Bet-El (Gotteshaus). Früher hieß die Stadt Lus. 20Jakob
machte das Gelübde: Wenn Gott mit mir ist und mich auf diesem Weg,
den ich eingeschlagen habe, behütet, wenn er mir Brot zum Essen und
Kleider zum Anziehen gibt, 21wenn ich wohlbehalten heimkehre in das Haus
meines Vaters und der Herr sich mir als Gott erweist, 22dann soll der Stein,
den ich als Steinmal aufgestellt habe, ein Gotteshaus werden und von allem,
was du mir schenkst, will ich dir den zehnten Teil geben.
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| 29 | ||
| 1Jakob machte sich auf und zog weiter ins Land
der Söhne des Ostens. 2Eines Tages sah er einen Brunnen auf freiem
Feld. Dort lagerten drei Herden von Schafen und Ziegen; denn aus dem Brunnen
tränkte man die Herden. Ein großer Stein lag über der Brunnenöffnung.
3Wenn sich dort alle Herden eingefunden hatten, schob man den Stein von
der Brunnenöffnung und tränkte das Vieh. Dann schob man den Stein
wieder zurück an seinen Platz über der Brunnenöffnung. 4Jakob
fragte die Leute dort: Meine Brüder, woher seid ihr? Aus Haran, antworteten
sie. 5Da sagte er zu ihnen: Kennt ihr Laban, den Sohn Nahors? Ja, wir kennen
ihn, antworteten sie. 6Weiter fragte er sie: Geht es ihm gut? Sie entgegneten:
Ja, es geht ihm gut. Aber da kommt gerade seine Tochter Rahel mit der Herde.
7Da sagte er: Es ist noch mitten am Tag und nicht die Zeit, das Vieh zusammenzutreiben.
Tränkt doch die Tiere, dann geht und weidet weiter! 8Da sagten sie:
Das können wir nicht, bevor nicht alle Herden sich eingefunden haben.
Erst dann kann man den Stein von der Brunnenöffnung wegschieben und
die Tiere tränken. 9Während er sich noch mit ihnen unterhielt,
war Rahel mit der Herde, die ihrem Vater gehörte, eingetroffen; denn
sie war Hirtin. 10Als Jakob Rahel, die Tochter Labans, des Bruders seiner
Mutter, und dessen Herde sah, trat er hinzu, schob den Stein von der Brunnenöffnung
und tränkte das Vieh Labans, des Bruders seiner Mutter. 11Dann küsste
er Rahel und begann laut zu weinen. 12Jakob sagte zu Rahel, dass er ein
Bruder ihres Vaters und der Sohn Rebekkas sei. Da lief sie weg und erzählte
es ihrem Vater. 13Als Laban von Jakob, dem Sohn seiner Schwester, hörte,
lief er ihm entgegen; er umarmte und küsste ihn und führte ihn
in sein Haus. Jakob erzählte Laban die ganze Geschichte. 14Da erwiderte
ihm Laban: Du bist wirklich mein Bein und mein Fleisch. Als Jakob etwa einen
Monat bei ihm geblieben war, 15sagte Laban zu ihm: Sollst du mir umsonst
dienen, weil du mein Bruder bist? Sag mir, welchen Lohn du haben willst.
16Laban hatte zwei Töchter; die ältere hieß Lea, die jüngere
Rahel. 17Die Augen Leas waren matt, Rahel aber war schön von Gestalt
und hatte ein schönes Gesicht. 18Jakob hatte Rahel lieb und so sagte
er: Ich will dir um die jüngere Tochter Rahel sieben Jahre dienen.
19Laban entgegnete: Es ist besser, ich gebe sie dir als einem anderen. Bleib
bei mir! 20Jakob diente also um Rahel sieben Jahre. Weil er sie liebte,
kamen sie ihm wie wenige Tage vor. 21Dann aber sagte er zu Laban: Gib mir
jetzt meine Frau; denn meine Zeit ist um und ich will nun zu ihr gehen.
22Da ließ Laban alle Männer des Ortes zusammenkommen und veranstaltete
ein Festmahl. 23Am Abend nahm er aber seine Tochter Lea, führte sie
zu ihm und Jakob wohnte ihr bei. 24Laban gab seine Magd Silpa seiner Tochter
Lea zur Magd. 25Am Morgen stellte sich heraus: Es war Lea. Da sagte Jakob
zu Laban: Was hast du mir angetan? Habe ich dir denn nicht um Rahel gedient?
Warum hast du mich hintergangen? 26Laban erwiderte: Es ist hierzulande nicht
üblich, die Jüngere vor der Älteren zur Ehe zu geben. 27Verbring
mit dieser noch die Brautwoche, dann soll dir auch die andere gehören
um weitere sieben Jahre Dienst. 28Jakob ging darauf ein. Er verbrachte mit
Lea die Brautwoche, dann gab ihm Laban seine Tochter Rahel zur Frau. 29Laban
gab seine Magd Bilha seiner Tochter Rahel zur Magd. 30Jakob wohnte Rahel
ebenfalls bei und er liebte Rahel mehr als Lea. Er blieb noch weitere sieben
Jahre bei Laban im Dienst. 31Als der Herr sah, dass Lea zurückgesetzt
wurde, öffnete er ihren Mutterschoß, Rahel aber blieb unfruchtbar.
32Lea wurde schwanger und gebar einen Sohn. Sie nannte ihn Ruben (Seht,
ein Sohn!); denn sie sagte: Der Herr hat mein Elend gesehen. Jetzt wird
mein Mann mich lieben. 33Sie wurde abermals schwanger und gebar einen Sohn.
Da sagte sie: Der Herr hat gehört, dass ich zurückgesetzt bin,
und hat mir auch noch diesen geschenkt. Sie nannte ihn Simeon (Hörer).
34Sie wurde noch einmal schwanger und gebar einen Sohn. Da sagte sie: Jetzt
endlich wird mein Mann an mir hängen, denn ich habe ihm drei Söhne
geboren. Darum nannte sie ihn Levi (Anhang). 35Abermals wurde sie schwanger
und gebar einen Sohn. Da sagte sie: Diesmal will ich dem Herrn danken. Darum
nannte sie ihn Juda (Dank). Dann bekam sie keine Kinder mehr. |
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| 30 | ||
| 1Als Rahel sah, dass sie Jakob keine Kinder
gebar, wurde sie eifersüchtig auf ihre Schwester. Sie sagte zu Jakob:
Verschaff mir Söhne! Wenn nicht, sterbe ich. 2Da wurde Jakob zornig
auf Rahel und sagte: Nehme ich etwa die Stelle Gottes ein, der dir die Leibesfrucht
versagt? 3Sie antwortete: Da ist meine Magd Bilha. Geh zu ihr! Sie soll
auf meine Knie gebären, dann komme auch ich durch sie zu Kindern. 4Sie
gab ihm also ihre Magd Bilha zur Frau und Jakob ging zu ihr. 5Bilha wurde
schwanger und gebar Jakob einen Sohn. 6Rahel sagte: Gott hat mir Recht verschafft;
er hat auch meine Stimme gehört und mir einen Sohn geschenkt. Deshalb
nannte sie ihn Dan (Richter). 7Bilha, Rahels Magd, wurde abermals schwanger
und gebar Jakob einen zweiten Sohn. 8Da sagte Rahel: Gotteskämpfe habe
ich ausgestanden mit meiner Schwester und ich habe mich durchgesetzt. So
nannte sie ihn Naftali (Kämpfer). 9Als Lea sah, dass sie keine Kinder
mehr bekam, nahm sie ihre Magd Silpa und gab sie Jakob zur Frau. 10Leas
Magd Silpa gebar Jakob einen Sohn. 11Da sprach Lea: Glück auf! So nannte
sie ihn Gad (Glück). 12Als Leas Magd Silpa Jakob einen zweiten Sohn
gebar, 13sagte Lea: Mir zum Glück! Denn die Frauen werden mich beglückwünschen.
So nannte sie ihn Ascher (Glückskind). 14Einst ging Ruben zur Zeit
der Weizenernte weg und fand auf dem Feld Alraunen. Er brachte sie seiner
Mutter Lea mit. Da sagte Rahel zu Lea: Gib mir doch ein paar von den Alraunen
deines Sohnes! 15Sie aber erwiderte ihr: Ist es dir nicht genug, mir meinen
Mann wegzunehmen? Nun willst du mir auch noch die Alraunen meines Sohnes
nehmen? Da entgegnete Rahel: Gut, dann soll Jakob für die Alraunen
deines Sohnes heute Nacht bei dir schlafen. 16Als Jakob am Abend vom Feld
kam, ging ihm Lea entgegen und sagte: Zu mir musst du kommen! Ich habe dich
nämlich erworben um den Preis der Alraunen meines Sohnes. So schlief
er in jener Nacht bei ihr. 17Gott erhörte Lea. Sie wurde schwanger
und gebar Jakob einen fünften Sohn. 18Da sagte Lea: Gott hat mich dafür
belohnt, dass ich meine Magd meinem Mann gegeben habe. Sie nannte ihn Issachar
(Lohn). 19Noch einmal wurde Lea schwanger und gebar Jakob einen sechsten
Sohn. 20Da sagte Lea: Gott hat mich mit einem schönen Geschenk bedacht.
Jetzt endlich wird mein Mann bei mir bleiben, da ich ihm doch sechs Söhne
geboren habe. Sie nannte ihn also Sebulon (Bleibe). 21Schließlich
gebar sie eine Tochter und nannte sie Dina. 22Nun erinnerte sich Gott an
Rahel. Gott erhörte sie und öffnete ihren Mutterschoß. 23Sie
wurde schwanger und gebar einen Sohn. Da sagte sie: Gott hat die Schande
von mir genommen. 24Sie nannte ihn Josef (Zufüger) und sagte: Der Herr
gebe mir noch einen anderen Sohn hinzu.
Jakobs List gegen Laban |
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| 31 | ||
| Jakobs Trennung von Laban 1Jakob hatte erfahren, dass die Söhne Labans sagten: Jakob hat alles, was unserem Vater gehört, weggenommen; auf Kosten unseres Vaters hat er sich so bereichert. 2Jakob sah Laban ins Gesicht: Laban war ihm nicht mehr zugetan wie früher. 3Da sagte der Herr zu Jakob: Kehr zurück in das Land deiner Väter und zu deiner Verwandtschaft! Ich bin mit dir. 4Jakob ließ Rahel und Lea auf das Feld zu seiner Herde rufen 5und sagte zu ihnen: Ich sehe am Gesicht eures Vaters, dass er mir nicht mehr so gesinnt ist wie früher. Aber der Gott meines Vaters war mit mir. 6Ihr wisst, dass ich mit allen Kräften eurem Vater gedient habe. 7Aber euer Vater hat mich hintergangen und meinen Lohn zehnmal geändert; Gott freilich hat ihn daran gehindert, mich zu schädigen. 8Sagte er, die Gesprenkelten sollen dein Lohn sein, dann warfen alle Tiere gesprenkelte Junge; sagte er, die Gestreiften sollen dein Lohn sein, dann warfen alle Tiere gestreifte Junge. 9Gott hat eurem Vater den Viehbestand entzogen und ihn mir gegeben. 10Zur Zeit, da die Tiere brünstig waren, hatte ich einen Traum; ich sah: Gestreifte, gesprenkelte und fleckige Böcke besprangen die Tiere. 11Der Engel Gottes sprach im Traum zu mir: Jakob! Ich antwortete: Hier bin ich. 12Dann sprach er: Schau hin: Alle Böcke, welche die Tiere bespringen, sind gestreift, gesprenkelt oder gefleckt. Ich habe nämlich alles gesehen, was dir Laban antut. 13Ich bin der Gott von Bet-El, wo du das Steinmal gesalbt und mir ein Gelübde gemacht hast. Jetzt auf, zieh fort aus diesem Land und kehr in deine Heimat zurück! 14Rahel und Lea antworteten ihm: Haben wir noch Anteil oder Erbe im Haus unseres Vaters? 15Gelten wir ihm nicht wie Fremde? Er hat uns ja verkauft und sogar unser Geld aufgezehrt. 16Ja, der ganze Reichtum, den Gott unserem Vater weggenommen hat, uns gehört er und unseren Söhnen. Nun also, tu jetzt alles, was Gott dir gesagt hat. 17Da machte sich Jakob auf, hob seine Söhne und Frauen auf die Kamele 18und führte sein ganzes Vieh fort, seinen ganzen Besitz an Vieh, den er in Paddan-Aram erworben hatte, um zu seinem Vater Isaak nach Kanaan zurückzukehren. 19Laban war weggegangen, um seine Schafe zu scheren; da stahl Rahel die Götterbilder ihres Vaters 20und Jakob überlistete den Aramäer Laban: Er verriet ihm nicht, dass er sich davonmachen wollte. 21Mit allem, was ihm gehörte, machte er sich auf und davon. Er überquerte den Strom (den Eufrat) und schlug die Richtung zum Gebirge von Gilead ein. 22Am dritten Tag meldete man Laban, Jakob sei auf und davon. 23Da nahm Laban seine Brüder mit und jagte ihm sieben Tage lang nach. Im Gebirge von Gilead war er ihm schon ganz nahe. 24Gott aber kam in einem nächtlichen Traum zum Aramäer Laban und sprach zu ihm: Hüte dich, Jakob auch nur das Geringste vorzuwerfen. 25Laban holte Jakob ein, als dieser gerade im Gebirge die Zelte aufgeschlagen hatte. Da schlug auch Laban mit seinen Brüdern im Gebirge von Gilead die Zelte auf. 26Laban sagte nun zu Jakob: Was hast du getan? Du hast mich überlistet und meine Töchter wie Kriegsgefangene weggeführt. 27Warum hast du mir verheimlicht, dass du dich davonmachen wolltest, und warum hast du mich überlistet und mir nichts gesagt? Ich hätte dir gern das Geleit gegeben mit Gesang, Pauken und Harfen. 28Du hast mir aber nicht einmal gestattet, meine Söhne und Töchter zu küssen. Da hast du töricht gehandelt. 29Es stünde in meiner Macht, euch Schlimmes anzutun; aber der Gott eures Vaters hat mir gestern Nacht gesagt: Hüte dich, Jakob auch nur das Geringste vorzuwerfen. 30Nun bist du also fortgezogen, weil du Heimweh hattest nach deinem Vaterhaus. Aber warum hast du meine Götter gestohlen? 31Jakob erwiderte Laban: Ich fürchtete mich und meinte, du könntest mir deine Töchter wegnehmen. 32Bei wem du aber deine Götter findest, der soll nicht am Leben bleiben. In Gegenwart unserer Brüder durchsuche, was ich habe, und nimm, was dein ist. Jakob wusste nicht, dass Rahel die Götter gestohlen hatte. 33Laban betrat das Zelt Jakobs, das Zelt der Lea und das der beiden Mägde, fand aber nichts. Vom Zelt der Lea ging er in das Zelt Rahels. 34Rahel hatte die Götterbilder genommen, sie in die Satteltasche des Kamels gelegt und sich darauf gesetzt. Laban durchstöberte das ganze Zelt, fand aber nichts. 35Rahel aber sagte zu ihrem Vater: Sei nicht böse, mein Herr! Ich kann vor dir nicht aufstehen, es geht mir gerade, wie es eben Frauen ergeht. Er suchte weiter, die Götterbilder aber fand er nicht. 36Da wurde Jakob zornig und begann mit Laban zu streiten. Jakob ergriff das Wort und sagte zu Laban: Was habe ich verbrochen, was habe ich Unrechtes getan, dass du mir nachhetzt? 37Alle meine Sachen hast du durchstöbert. Was hast du gefunden an Sachen, die zu deinem Haus gehören? Leg sie her vor meine und deine Brüder und sie sollen zwischen uns beiden entscheiden. 38Schon zwanzig Jahre bin ich bei dir. Deine Schafe und Ziegen hatten keinen Fehlwurf. Die Böcke deiner Herde habe ich nicht aufgezehrt. 39Gerissenes Vieh habe ich dir nicht gebracht; ich habe es selbst ersetzt. Du hättest ja doch Ersatz gefordert, ob es mir nun bei Tag oder bei Nacht abhanden kam. 40So ging es mir: Bei Tag fraß mich die Hitze, der Frost bei Nacht und der Schlaf floh meine Augen. 41Schon zwanzig Jahre diene ich in deinem Haus, vierzehn Jahre um deine beiden Töchter und sechs Jahre um dein Vieh. Du aber hast meinen Lohn zehnmal geändert. 42Wäre nicht der Gott meines Vaters, der Gott Abrahams und der Schrecken Isaaks, für mich eingetreten, dann hättest du mich jetzt mit leeren Händen weggeschickt. Doch Gott hat mein Elend und die Mühe meiner Hände gesehen und gestern Nacht hat er entschieden. 43Darauf ergriff Laban das Wort und sagte zu Jakob: Die Töchter sind meine Töchter und die Söhne sind meine Söhne und das Vieh ist mein Vieh und alles, was du siehst, gehört mir. Was kann ich heute für meine Töchter tun oder für die Söhne, die sie geboren haben? 44Jetzt aber komm, wir wollen einen Vertrag schließen, ich und du. Der Vertrag soll Zeuge sein zwischen mir und dir. 45Da nahm Jakob einen Stein und richtete ihn als Steinmal auf. 46Jakob sagte zu seinen Brüdern: Tragt Steine zusammen! Da holten sie Steine und legten einen Steinhügel an. Dort auf dem Steinhügel aßen sie. 47Laban nannte ihn Jegar-Sahaduta und Jakob nannte ihn Gal-Ed. 48Dieser Steinhügel, sagte Laban, soll heute Zeuge sein zwischen mir und dir. Darum gab er ihm den Namen Gal-Ed (Zeugenhügel) 49und Mizpa (Spähturm), weil er sagte: Der Herr sei Späher zwischen mir und dir, wenn wir voneinander nichts mehr wissen. 50Solltest du meine Töchter schlecht behandeln oder dir außer meinen Töchtern noch andere Frauen nehmen - auch wenn kein Mensch bei uns ist: Sieh, Gott ist Zeuge zwischen mir und dir. 51Weiter sagte Laban zu Jakob: Hier, dieser Steinhügel, hier, dieses Steinmal, das ich zwischen mir und dir errichtet habe - 52Zeuge sei dieser Steinhügel. Zeuge sei dieses Steinmal: Nie will ich diesen Steinhügel in böser Absicht gegen dich überschreiten und nie sollst du diesen Steinhügel oder dieses Steinmal in böser Absicht gegen mich überschreiten. 53Der Gott Abrahams und der Gott Nahors seien Richter zwischen uns. Da leistete Jakob einen Eid beim Schrecken seines Vaters Isaak. 54Dann schlachtete Jakob auf dem Berg ein Opfertier und lud seine Brüder zum Mahl ein. Sie aßen und verbrachten die Nacht auf dem Berg. |
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