| Woche 9 | Bibelleseplan |
Dienstag / Geschichte |
Richter 17-21 |
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| 17 | ||
| Das Heiligtum Michas 1Im Gebirge Efraim lebte ein Mann namens Micha. 2Er sagte zu seiner Mutter: Die elfhundert Silberstücke, die dir jemand weggenommen hat und deretwegen du den Fluch ausgestoßen und ihn sogar vor meinen Ohren wiederholt hast, dieses Geld befindet sich bei mir; ich selber habe es genommen. Seine Mutter sagte: Sei gesegnet vom Herrn, mein Sohn. 3Er gab die elfhundert Silberstücke seiner Mutter zurück. Seine Mutter aber sagte: Ich weihe mein Silber dem Herrn, damit es wieder meinem Sohn zugute kommt. Man soll ein mit Metall überzogenes Gottesbild machen. Fürs Erste aber will ich es dir wiedergeben. 4Doch der Sohn gab das Silber seiner Mutter zurück. Seine Mutter nahm zweihundert Silberstücke und gab sie einem Goldschmied. Der machte ein mit Metall überzogenes Gottesbild daraus, das dann im Haus Michas aufgestellt wurde. 5So hatte Micha ein Gotteshaus. Er machte nun ein Efod und Terafim und stellte einen seiner Söhne dazu an, ihm als Priester zu dienen. 6In jenen Tagen gab es in Israel noch keinen König; jeder tat, was ihm gefiel. 7In Betlehem in Juda lebte (damals) ein junger Mann [aus der Sippe Juda]. Er war Levit und lebte dort als Fremder. 8Dieser Mann zog aus der Stadt, aus Betlehem in Juda, fort, um sich irgendwo als Fremder niederzulassen, wo immer es sei. Auf seiner Wanderung kam er auch ins Gebirge Efraim zum Haus Michas. 9Micha fragte ihn: Woher kommst du? Er antwortete ihm: Ich bin ein Levit aus Betlehem in Juda und bin unterwegs, um mich irgendwo als Fremder niederzulassen, wo immer es sei. 10Micha sagte zu ihm: Bleib bei mir und sei mir Vater und Priester! Ich werde dir jährlich zehn Silberstücke geben, dazu die nötigen Kleider und deinen Lebensunterhalt. [Da ging der Levit.] 11Der Levit willigte ein, bei ihm zu bleiben, und der junge Mann wurde für Micha wie einer seiner Söhne. 12Micha stellte also den jungen Leviten als Priester an und er blieb bei ihm im Haus. 13Und Micha sagte: Nun weiß ich, dass der Herr mir Gutes erweisen wird; denn ich habe einen Leviten als Priester. |
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| 18 | ||
| 1Damals gab es noch keinen König in Israel.
Der Stamm der Daniter war zu jener Zeit dabei, sich einen Erbbesitz zu suchen,
um sich niederzulassen; denn es war ihm inmitten der Stämme Israels
bis zu jener Zeit noch kein Erbbesitz zugefallen. 2Daher schickten die Daniter
von ihrer Sippe fünf kampferprobte Männer aus Zora und Eschtaol
aus, um das Land zu durchstreifen und zu erkunden. Sie sagten zu ihnen:
Geht, erkundet das Land! Die Männer kamen ins Gebirge Efraim zum Haus
Michas und übernachteten dort. 3Als sie beim Haus Michas waren, fiel
ihnen die Mundart des jungen Leviten auf. Sie gingen zu ihm hin und fragten
ihn: Wer hat dich hierher gebracht? Was willst du hier und was tust du hier?
4Er antwortete ihnen: Das und das hat Micha mit mir gemacht; er hat mich
angestellt und so wurde ich sein Priester. 5Sie sagten zu ihm: Befrag doch
Gott für uns, damit wir erfahren, ob die Reise, die wir machen, Erfolg
haben wird. 6Der Priester erwiderte ihnen: Zieht in Frieden weiter! Der
Weg, den ihr gehen wollt, liegt vor den Augen des Herrn. 7Die fünf
Männer zogen weiter und kamen nach Lajisch. Sie sahen, dass das Volk
dort ungestört nach Art der Sidonier lebte, ruhig und sicher. Es gab
niemand, der Schaden anrichtete im Land, keinen Eroberer und keine Unterdrückung.
Sie waren weit entfernt von den Sidoniern und hatten auch mit den Aramäern
nichts zu tun. 8Als die Männer zu ihren Brüdern nach Zora und
Eschtaol kamen, sagten ihre Brüder zu ihnen: Wie ist es euch ergangen?
9Sie antworteten: Auf, lasst uns gegen jene Leute (in den Kampf) ziehen.
Denn wir haben gesehen, dass das Land sehr schön ist. Warum wollt ihr
zögern? Seid nicht so träge! Macht euch auf den Weg dorthin und
nehmt das Land in Besitz! 10Ihr findet ein sorgloses Volk vor, wenn ihr
hinkommt. Das Land ist nach allen Seiten hin weiträumig. Wahrhaftig,
Gott hat es in eure Gewalt gegeben. Es ist ein Ort, wo es an nichts fehlt,
was es auf Erden gibt.
Der Zug der Daniter nach Lajisch |
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| 19 | ||
| 1In jenen Tagen, als es noch keinen König
in Israel gab, lebte im entlegensten Teil des Gebirges Efraim ein Levit
als Fremder. Er hatte sich eine Frau aus Betlehem in Juda zur Nebenfrau
genommen. 2Aber seine Nebenfrau wurde zornig auf ihn und verließ ihn;
sie ging in das Haus ihres Vaters nach Betlehem in Juda zurück. Dort
war sie nun schon vier Monate lang. urde zornig: So versteht wohl zu Recht
G den Text im Sinn eines Zerwürfnisses. 3Da machte sich ihr Mann auf
den Weg und zog ihr mit seinem Knecht und zwei Eseln nach, um ihr ins Gewissen
zu reden und sie zurückzuholen. Die Frau brachte ihn in das Haus ihres
Vaters, und als der Vater der jungen Frau ihn sah, kam er ihm freudig entgegen.
4Da sein Schwiegervater, der Vater der jungen Frau, ihn dringend darum bat,
blieb er drei Tage bei ihm. Sie aßen und tranken und er übernachtete
dort. 5Als sie am vierten Tag frühmorgens aufgestanden waren und er
sich auf den Weg machen wollte, sagte der Vater der jungen Frau zu seinem
Schwiegersohn: Stärke dich erst noch mit einem Bissen Brot; dann könnt
ihr gehen. 6Sie setzten sich und die beiden aßen und tranken zusammen.
Der Vater der jungen Frau aber sagte zu dem Mann: Entschließ dich
doch, (noch einmal) über Nacht zu bleiben, und lass es dir gut gehen!
7Der Mann stand auf, um zu gehen; doch sein Schwiegervater nötigte
ihn, sodass er dort noch einmal übernachtete. 8Als er sich dann am
Morgen des fünften Tages auf den Weg machen wollte, sagte der Vater
der jungen Frau: Stärke dich erst noch und bleibt hier, bis der Tag
zur Neige geht. So aßen die beiden zusammen. 9Dann stand der Mann
auf, um mit seiner Nebenfrau und seinem Knecht abzureisen. Sein Schwiegervater
aber, der Vater der jungen Frau, sagte zu ihm: Sieh doch, der Tag geht zu
Ende und es wird Abend. Bleibt über Nacht hier! Der Tag geht zur Neige;
übernachte hier und lass es dir gut gehen! Morgen früh könnt
ihr euch dann auf den Heimweg zu deinem Zelt machen. 10Aber der Mann wollte
nicht mehr übernachten, sondern erhob sich und ging mit seinen zwei
gesattelten Eseln, seiner Nebenfrau und seinem Knecht fort. Sie kamen zu
einem Ort gegenüber von Jebus, das heißt Jerusalem. 11Als sie
dort waren, war der Tag schon fast zu Ende gegangen. Darum sagte der Knecht
zu seinem Herrn: Komm, wir wollen in der Jebusiterstadt hier einkehren und
übernachten. 12Sein Herr antwortete ihm: Wir wollen nicht in einer
Stadt von Fremden, die nicht zu den Israeliten gehört, einkehren, sondern
nach Gibea weiterziehen. 13Und er sagte zu seinem Knecht: Lass uns lieber
zu einem anderen Ort gehen; wir wollen in Gibea oder Rama übernachten.
14Sie zogen also weiter; als sie bei Gibea, das zu Benjamin gehört,
waren, ging die Sonne unter. 15Sie bogen daher dort (vom Weg) ab, um nach
Gibea hineinzugehen und dort zu übernachten. In der Stadt setzte er
sich auf dem Marktplatz nieder; aber es fand sich niemand, der ihn in seinem
Haus zum Übernachten aufnehmen wollte. 16Schließlich kam ein
alter Mann am Abend von seiner Arbeit auf dem Feld. Der Mann stammte aus
dem Gebirge Efraim und lebte als Fremder in Gibea; die Einwohner des Ortes
waren Benjaminiter. 17Als der alte Mann aufsah, erblickte er den Wanderer
auf dem Platz der Stadt und fragte ihn: Woher kommst du und wohin gehst
du? 18Er antwortete ihm: Wir sind auf der Durchreise von Betlehem in Juda
zum entlegensten Teil des Gebirges Efraim. Von dort komme ich; ich war nach
Betlehem in Juda gegangen und bin nun auf dem Weg nach Hause. Aber hier
findet sich niemand, der mich in sein Haus aufnimmt, 19obwohl wir alles
dabeihaben, Stroh und Futter für unsere Esel und auch Brot und Wein
für mich, deine Magd und den Knecht, der bei deinem Diener ist. Es
fehlt also an nichts. 20Der alte Mann entgegnete: Sei mir willkommen! Was
dir fehlt, das lass nur meine Sorge sein; auf dem Platz jedenfalls darfst
du nicht übernachten. 21Und er führte ihn in sein Haus und schüttete
den Eseln Futter vor. Sie wuschen sich die Füße und aßen
und tranken. 22Während sie sich\'s nun wohl sein ließen, umringten
plötzlich einige Männer aus der Stadt, übles Gesindel, das
Haus, schlugen an die Tür und sagten zu dem alten Mann, dem Besitzer
des Hauses: Bring den Mann heraus, der in dein Haus gekommen ist; wir wollen
unseren Mutwillen mit ihm treiben. 23Der Besitzer des Hauses ging zu ihnen
hinaus und sagte zu ihnen: Nein, meine Brüder, so etwas Schlimmes dürft
ihr nicht tun. Dieser Mann ist als Gast in mein Haus gekommen; darum dürft
ihr keine solche Schandtat begehen. 24Da ist meine jungfräuliche Tochter
und seine Nebenfrau. Sie will ich zu euch hinausbringen; ihr könnt
sie euch gefügig machen und mit ihnen tun, was euch gefällt. Aber
an diesem Mann dürft ihr keine solche Schandtat begehen. 25Doch die
Männer wollten nicht auf ihn hören. Da ergriff der Levit seine
Nebenfrau und brachte sie zu ihnen auf die Straße hinaus. Sie missbrauchten
sie und trieben die ganze Nacht hindurch bis zum Morgen ihren Mutwillen
mit ihr. Sie ließen sie erst gehen, als die Morgenröte heraufzog.
26Als der Morgen anbrach, kam die Frau zurück; vor der Haustür
des Mannes, bei dem ihr Herr wohnte, brach sie zusammen und blieb dort liegen,
bis es hell wurde. 27Ihr Herr stand am Morgen auf, öffnete die Haustür
und ging hinaus, um seine Reise fortzusetzen. Da lag die Frau, seine Nebenfrau,
zusammengebrochen am Eingang des Hauses, die Hände auf der Schwelle.
28Er sagte zu ihr: Steh auf, wir wollen gehen! Doch sie antwortete nicht.
Da legte er sie auf den Esel und machte sich auf die Heimreise. 29Als er
nach Hause gekommen war, nahm er ein Messer, ergriff seine Nebenfrau, zerschnitt
sie in zwölf Stücke, Glied für Glied, und schickte sie in
das ganze Gebiet Israels. 30Jeder, der das sah, sagte: So etwas ist noch
nie geschehen, so etwas hat man nicht erlebt, seit die Söhne Israels
aus Ägypten heraufgezogen sind, bis zum heutigen Tag. Denkt darüber
nach, beratet und sagt (was ihr dazu meint)! |
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| 20 | ||
| 1Alle Israeliten von Dan bis Beerscheba und
auch die Bewohner von Gilead kamen herbei und die Gemeinde versammelte sich
einmütig beim Herrn in Mizpa. 2Die Häupter des ganzen Volkes,
alle Stämme Israels, traten zu einer Versammlung des Volkes Gottes
zusammen, vierhunderttausend Mann zu Fuß, mit Schwertern bewaffnet.
3Die Benjaminiter erfuhren, dass die Israeliten nach Mizpa hinaufgezogen
waren. Die Israeliten sagten: Berichtet, wie dieses Verbrechen geschehen
ist. 4Der Levit, der Mann der ermordeten Frau, antwortete: Ich bin mit meiner
Nebenfrau nach Gibea, das in Benjamin liegt, gekommen, um zu übernachten.
5Da rotteten sich die Bürger von Gibea gegen mich zusammen und umringten
nachts in feindlicher Absicht das Haus. Sie wollten mich umbringen und meine
Nebenfrau vergewaltigten sie, sodass sie gestorben ist. 6Da nahm ich den
Leichnam meiner Nebenfrau, schnitt ihn in Stücke und schickte sie in
alle Gebiete des Erbbesitzes der Israeliten; denn sie hatten mitten in Israel
ein schändliches Verbrechen begangen. 7Nun seid ihr alle hier, ihr
Israeliten; also besprecht euch miteinander und beratet hier (was zu tun
ist)! 8Da erhob sich das ganze Volk wie ein Mann und sagte: Keiner von uns
darf in sein Zelt gehen und keiner von uns darf in sein Haus zurückkehren.
9Wir wollen Folgendes mit Gibea machen: Wir wollen gegen die Stadt (in den
Kampf) ziehen. ir wollen (in den Kampf) ziehen: Text korr. nach G. - «durch
das Los» ist in der Übersetzung zu V. 10 gezogen. 10Und zwar
wählen wir aus allen Stämmen Israels jeweils zehn Männer
von hundert und hundert von tausend und tausend von zehntausend durch das
Los aus. Sie sollen Verpflegung für die Leute holen, die gekommen sind,
um mit Gibea in Benjamin zu machen, was es nach der Schandtat verdient,
die es mitten in Israel begangen hat.
Der Aufmarsch vor Gibea Die Niederlage der Israeliten Die Vernichtung der Benjaminiter |
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| 21 | ||
| 1Die Israeliten hatten in Mizpa geschworen:
Keiner von uns darf seine Tochter einem Benjaminiter zur Frau geben. 2Nun
kam das Volk nach Bet-El; sie saßen dort bis zum Abend vor Gott, jammerten
laut und klagten sehr. 3Sie sagten: Warum, Herr, Gott Israels, musste das
in Israel geschehen, dass heute ein ganzer Stamm Israels fehlt? 4Am anderen
Morgen in aller Frühe erbaute das Volk dort einen Altar und brachte
Brandopfer und Heilsopfer dar. 5Und die Israeliten fragten: Wer aus allen
Stämmen Israels ist nicht zu der Versammlung zum Herrn heraufgekommen?
Man hatte nämlich gegen den, der nicht zum Herrn nach Mizpa hinaufziehen
würde, einen feierlichen Schwur getan und gesagt: Er wird mit dem Tod
bestraft. 6Nun aber hatten die Israeliten Mitleid mit ihrem Bruder Benjamin
und sagten: Heute ist ein ganzer Stamm von Israel abgehauen worden. 7Wie
können wir denen, die übrig geblieben sind, Frauen verschaffen?
Wir haben doch beim Herrn geschworen, ihnen keine von unseren Töchtern
zur Frau zu geben. 8Darum fragten sie: Ist etwa einer von den Stämmen
Israels nicht zum Herrn nach Mizpa hinaufgezogen? Und tatsächlich war
niemand aus Jabesch-Gilead zur Versammlung ins Heerlager gekommen. 9Denn
als man die Leute musterte, zeigte es sich, dass keiner der Einwohner von
Jabesch-Gilead da war.
Der Feldzug gegen Jabesch-Gilead Der Frauenraub in Schilo |
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