| Woche 10 | Bibelleseplan |
Donnerstag / Dichtung |
Hiob 19-20 |
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| 19 | ||
| Die Zurückweisung der Schmähung 1Da antwortete Ijob und sprach: 2Wie lange noch wollt ihr mich quälen und mich mit Worten niedertreten? 3Zum zehnten Mal schon schmäht ihr mich und schämt euch nicht, mich zu beleidigen. 4Ging ich wirklich unwissend fehl, mein Fehltritt weilt doch allein bei mir. 5Wollt ihr wirklich großtun gegen mich und mir meine Schmach beweisen? 6Erkennt doch, dass Gott mich niederdrückt, da er sein Netz rings um mich warf. 7Schrei ich: Gewalt!, wird mir keine Antwort, rufe ich um Hilfe, gibt es kein Recht. 8Meinen Pfad hat er versperrt; ich kann nicht weiter, Finsternis legt er auf meine Wege. 9Meiner Ehre hat er mich entkleidet, die Krone mir vom Haupt genommen. 10Er brach mich ringsum nieder, ich muss dahin; er riss mein Hoffen aus wie einen Baum. 11Sein Zorn ist gegen mich entbrannt, gleich seinen Gegnern gelte ich ihm. 12Vereint rückten seine Scharen an, bahnten gegen mich den Weg, lagerten sich rings um mein Zelt. 13Meine Brüder hat er von mir entfernt, meine Bekannten sind mir entfremdet. 14Meine Verwandten, Bekannten blieben aus, die Gäste meines Hauses haben mich vergessen. 15Als Fremder gelte ich meinen Mägden, von anderem Stamm bin ich in ihren Augen. 16Rufe ich meinen Knecht, so antwortet er nicht; mit eigenem Mund muss ich ihn anflehen. 17Mein Atem ist meiner Frau zuwider; die Söhne meiner Mutter ekelt es vor mir. 18Buben selbst verachten mich, stehe ich auf, verhöhnen sie mich. 19Alle meine Gefährten verabscheuen mich, die ich liebe, lehnen sich gegen mich auf. 20An Haut und Fleisch klebt mein Gebein, nur das Fleisch an meinen Zähnen blieb. 21Erbarmt, erbarmt euch meiner, ihr, meine Freunde! Denn Gottes Hand hat mich getroffen. 22Warum verfolgt ihr mich wie Gott, warum werdet ihr an meinem Fleisch nicht satt? 23Dass doch meine Worte geschrieben würden, in einer Inschrift eingegraben 24mit eisernem Griffel und mit Blei, für immer gehauen in den Fels. 25Doch ich, ich weiß: mein Erlöser lebt, als Letzter erhebt er sich über dem Staub. 26Ohne meine Haut, die so zerfetzte, und ohne mein Fleisch werde ich Gott schauen. 27Ihn selber werde ich dann für mich schauen; meine Augen werden ihn sehen, nicht mehr fremd. Danach sehnt sich mein Herz in meiner Brust. 28Wenn ihr sagt: Wie wollen wir ihn verfolgen und den Grund der Sache an ihm finden!, 29dann bangt für euch selber vor dem Schwert; denn heftiger Zorn verdient das Schwert, damit ihr wißt: Es gibt ein Gericht. |
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| 20 | ||
| Ijobs unbegründeter Vorwurf 1Da antwortete Zofar von Naama und sprach: 2Darum drängt mich meine Erregung zur Antwort und deswegen stürmt es in mir. 3Schmähende Rüge muss ich hören, doch der Geist meiner Einsicht lässt mich entgegnen. 4Weißt du das nicht von Urzeit her, seit Gott Menschen auf die Erde gesetzt hat: 5dass kurz nur währt der Frevler Jubel, einen Augenblick nur des Ruchlosen Freude? 6Steigt auch sein Übermut zum Himmel und rührt sein Kopf bis ans Gewölk, 7wie sein Kot vergeht er doch für immer; die ihn gesehen haben, werden fragen: Wo ist er? 8Wie ein Traum verfliegt er und ist nicht mehr zu finden, wird weggescheucht wie ein Gesicht der Nacht. 9Das Auge, das ihn sah, erblickt ihn nicht wieder, seine Stätte schaut ihn nie mehr. 10Seine Söhne müssen bei Armen betteln, ihre Hände geben seine Habe zurück. 11Strotzen von Jugendkraft auch seine Glieder, sie betten sich doch mit ihm in den Staub. 12Schmeckt süß das Böse in seinem Mund, birgt er es unter seiner Zunge, 13spart er es auf und will nicht von ihm lassen, hält er es auch tief in seinem Gaumen fest, 14in seinem Innern verwandelt sich die Speise, sie wird in seinem Leib ihm zu Natterngift. 15Das Gut, das er verschlungen hat, speit er aus; aus seinem Leib treibt Gott es heraus. 16Das Gift von Nattern saugt er ein, es tötet ihn der Viper Zunge. 17Nicht darf er Bäche von Öl schauen, nicht Flüsse, die von Milch und Honig fließen. 18Zurückgeben muss er seinen Gewinn, genießen darf er ihn nicht, darf sich nicht freuen am ertauschten Gut. 19Denn Arme schlug er nieder, ließ sie liegen, raubte das Haus, das er nicht gebaut. 20Denn kein Genug kennt er in seinem Bauch, drum entkommt er nicht mit seinen Schätzen. 21Nichts entgeht seinem Fraß, darum hält sein Glück auch nicht stand. 22Trotz vollen Überflusses kommt er in Not, die ganze Wucht des Elends fällt ihn an. 23Und so geschieht es: Um des Frevlers Bauch zu füllen, lässt Gott auf ihn die Gluten seines Zornes los, lässt auf ihn regnen seine Schläge. 24Flieht er vor dem Eisenpanzer, durchbohrt ihn der Bogen aus Bronze. 25In den Rücken fährt ihm Gottes Geschoss, ein Blitz in seine Galle. Schrecken gehen über ihn hin. 26Nur finsteres Unheil ist für ihn aufbewahrt, Feuer, von niemand entfacht, verzehrt ihn, frisst noch den letzten Mann in seinem Zelt. 27Der Himmel enthüllt seine Schuld, die Erde bäumt sich gegen ihn auf. 28Die Flut wälzt sein Haus hinweg, Wasserströme am Tag seines Zorns. 29Das ist des Frevlers Anteil von Gott, das Erbe, das Gott ihm zuspricht. |
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