| Woche 11 | Bibelleseplan |
Dienstag / Geschichte |
1.Samuel 1-5 |
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| 1 | ||
| 1Einst lebte ein Mann aus Ramatajim, ein Zufiter
vom Gebirge Efraim. Er hieß Elkana und war ein Sohn Jerohams, des
Sohnes Elihus, des Sohnes Tohus, des Sohnes Zufs, ein Efraimiter. 2Er hatte
zwei Frauen. Die eine hieß Hanna, die andere Peninna. Peninna hatte
Kinder, Hanna aber hatte keine Kinder. 3Dieser Mann zog Jahr für Jahr
von seiner Stadt nach Schilo hinauf, um den Herrn der Heere anzubeten und
ihm zu opfern. Dort waren Hofni und Pinhas, die beiden Söhne Elis,
Priester des Herrn. 4An dem Tag, an dem Elkana das Opfer darbrachte, gab
er seiner Frau Peninna und all ihren Söhnen und Töchtern ihre
Anteile. 5Hanna aber gab er einen doppelten Anteil; denn er hatte Hanna
lieb, obwohl der Herr ihren Schoß verschlossen hatte. 6Ihre Rivalin
aber kränkte und demütigte sie sehr, weil der Herr ihren Schoß
verschlossen hatte. 7So machte es Elkana Jahr für Jahr. Sooft sie zum
Haus des Herrn hinaufzogen, kränkte Peninna sie; und Hanna weinte und
aß nichts. 8Ihr Mann Elkana fragte sie: Hanna, warum weinst du, warum
isst du nichts, warum ist dein Herz betrübt? Bin ich dir nicht viel
mehr wert als zehn Söhne? 9Nachdem man in Schilo gegessen und getrunken
hatte, stand Hanna auf und trat vor den Herrn. Der Priester Eli saß
an den Türpfosten des Tempels des Herrn auf seinem Stuhl. 10Hanna war
verzweifelt, betete zum Herrn und weinte sehr. 11Sie machte ein Gelübde
und sagte: Herr der Heere, wenn du das Elend deiner Magd wirklich ansiehst,
wenn du an mich denkst und deine Magd nicht vergisst und deiner Magd einen
männlichen Nachkommen schenkst, dann will ich ihn für sein ganzes
Leben dem Herrn überlassen; kein Schermesser soll an sein Haupt kommen.
12So betete sie lange vor dem Herrn. Eli beobachtete ihren Mund; 13denn
Hanna redete nur still vor sich hin, ihre Lippen bewegten sich, doch ihre
Stimme war nicht zu hören. Eli hielt sie deshalb für betrunken
14und sagte zu ihr: Wie lange willst du dich noch wie eine Betrunkene aufführen?
Sieh zu, dass du deinen Weinrausch los wirst! 15Hanna gab zur Antwort: Nein,
Herr! Ich bin eine unglückliche Frau. Ich habe weder Wein getrunken
noch Bier; ich habe nur dem Herrn mein Herz ausgeschüttet. 16Halte
deine Magd nicht für eine nichtsnutzige Frau; denn nur aus großem
Kummer und aus Traurigkeit habe ich so lange geredet. 17Eli erwiderte und
sagte: Geh in Frieden! Der Gott Israels wird dir die Bitte erfüllen,
die du an ihn gerichtet hast. 18Sie sagte: Möge deine Magd Gnade finden
vor deinen Augen. Dann ging sie weg; sie aß wieder und hatte kein
trauriges Gesicht mehr. 19Am nächsten Morgen standen sie früh
auf und beteten den Herrn an. Dann machten sie sich auf den Heimweg und
kehrten in ihr Haus nach Rama zurück. Elkana erkannte seine Frau Hanna;
der Herr dachte an sie, 20und Hanna wurde schwanger. Als die Zeit abgelaufen
war, gebar sie einen Sohn und nannte ihn Samuel, denn (sie sagte): Ich habe
ihn vom Herrn erbeten.
Samuel wird dem Herrn geweiht |
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| 2 | ||
| 1Hanna betete. Sie sagte: Mein Herz ist voll
Freude über den Herrn, große Kraft gibt mir der Herr. Weit öffnet
sich mein Mund gegen meine Feinde; denn ich freue mich über deine Hilfe.
örtlich: Mein Horn ist durch Jahwe erhöht. Das Horn ist Symbol
der Kraft. Das Lied der Hanna ist Vorbild für das Magnificat Lk 1,46-55.
2Niemand ist heilig, nur der Herr; denn außer dir gibt es keinen (Gott);
keiner ist ein Fels wie unser Gott. 3Redet nicht immer so vermessen, kein
freches Wort komme aus eurem Mund; denn der Herr ist ein wissender Gott
und bei ihm werden die Taten geprüft. 4Der Bogen der Helden wird zerbrochen,
die Wankenden aber gürten sich mit Kraft. 5Die Satten verdingen sich
um Brot, doch die Hungrigen können feiern für immer. Die Unfruchtbare
bekommt sieben Kinder, doch die Kinderreiche welkt dahin. 6Der Herr macht
tot und lebendig, er führt zum Totenreich hinab und führt auch
herauf. 7Der Herr macht arm und macht reich, er erniedrigt und er erhöht.
8Den Schwachen hebt er empor aus dem Staub und erhöht den Armen, der
im Schmutz liegt; er gibt ihm einen Sitz bei den Edlen, einen Ehrenplatz
weist er ihm zu. Ja, dem Herrn gehören die Pfeiler der Erde; auf sie
hat er den Erdkreis gegründet. 9Er behütet die Schritte seiner
Frommen, doch die Frevler verstummen in der Finsternis; denn der Mensch
ist nicht stark aus eigener Kraft. 10Wer gegen den Herrn streitet, wird
zerbrechen, der Höchste lässt es donnern am Himmel. Der Herr hält
Gericht bis an die Grenzen der Erde. Seinem König gebe er Kraft und
erhöhe die Macht seines Gesalbten. 11Darauf kehrte Elkana in sein Haus
nach Rama zurück, der Knabe aber stand von da an im Dienst des Herrn
unter der Aufsicht des Priesters Eli.
Die Schuld des Hauses Eli |
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| 3 | ||
| Die erste Offenbarung an Samuel 1Der junge Samuel versah den Dienst des Herrn unter der Aufsicht Elis. In jenen Tagen waren Worte des Herrn selten; Visionen waren nicht häufig. 2Eines Tages geschah es: Eli schlief auf seinem Platz; seine Augen waren schwach geworden und er konnte nicht mehr sehen. 3Die Lampe Gottes war noch nicht erloschen und Samuel schlief im Tempel des Herrn, wo die Lade Gottes stand. 4Da rief der Herr den Samuel und Samuel antwortete: Hier bin ich. 5Dann lief er zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen! Da ging er und legte sich wieder schlafen. 6Der Herr rief noch einmal: Samuel! Samuel stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn. Geh wieder schlafen! 7Samuel kannte den Herrn noch nicht und das Wort des Herrn war ihm noch nicht offenbart worden. 8Da rief der Herr den Samuel wieder, zum dritten Mal. Er stand auf und ging zu Eli und sagte: Hier bin ich, du hast mich gerufen. Da merkte Eli, dass der Herr den Knaben gerufen hatte. 9Eli sagte zu Samuel: Geh, leg dich schlafen! Wenn er dich (wieder) ruft, dann antworte: Rede, Herr; denn dein Diener hört. Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder. 10Da kam der Herr, trat (zu ihm) heran und rief wie die vorigen Male: Samuel, Samuel! Und Samuel antwortete: Rede, denn dein Diener hört. 11Der Herr sagte zu Samuel: Fürwahr, ich werde in Israel etwas tun, sodass jedem, der davon hört, beide Ohren gellen. 12An jenem Tag werde ich an Eli vom Anfang bis zum Ende alles verwirklichen, was ich seinem Haus angedroht habe. 13Ich habe ihm angekündigt, dass ich über sein Haus für immer das Urteil gesprochen habe wegen seiner Schuld; denn er wusste, wie seine Söhne Gott lästern, und gebot ihnen nicht Einhalt. 14Darum habe ich dem Haus Eli geschworen: Die Schuld des Hauses Eli kann durch Opfer und durch Gaben in Ewigkeit nicht gesühnt werden. 15Samuel blieb bis zum Morgen liegen, dann öffnete er die Türen zum Haus des Herrn. Er fürchtete sich aber, Eli von der Vision zu berichten. 16Da rief Eli Samuel und sagte: Samuel, mein Sohn! Er antwortete: Hier bin ich. 17Eli fragte: Was war es, das er zu dir gesagt hat? Verheimliche mir nichts! Gott möge dir dies und das antun, wenn du mir auch nur eines von all den Worten verheimlichst, die er zu dir gesprochen hat. 18Da teilte ihm Samuel alle Worte mit und verheimlichte ihm nichts. Darauf sagte Eli: Es ist der Herr. Er tue, was ihm gefällt. 19Samuel wuchs heran und der Herr war mit ihm und ließ keines von all seinen Worten unerfüllt. 20Ganz Israel von Dan bis Beerscheba erkannte, dass Samuel als Prophet des Herrn beglaubigt war. 21Auch weiterhin erschien der Herr in Schilo: Der Herr offenbarte sich Samuel in Schilo durch sein Wort. |
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| 4 | ||
| 1Das Wort Samuels erging an ganz Israel. Israel
zog gegen die Philister in den Krieg. Sie schlugen ihr Lager bei Eben-Eser
auf und die Philister hatten ihr Lager in Afek. 2Die Philister rückten
in Schlachtordnung gegen Israel vor und der Kampf wogte hin und her. Israel
wurde von den Philistern besiegt, die von Israels Heer auf dem Feld etwa
viertausend Mann erschlugen. 3Als das Volk ins Lager zurückkam, sagten
die Ältesten Israels: Warum hat der Herr heute die Philister über
uns siegen lassen? Wir wollen die Bundeslade des Herrn aus Schilo zu uns
holen; er soll in unsere Mitte kommen und uns aus der Gewalt unserer Feinde
retten. 4Das Volk schickte also (Männer) nach Schilo und sie holten
von dort die Bundeslade des Herrn der Heere, der über den Kerubim thront.
Hofni und Pinhas, die beiden Söhne Elis, begleiteten die Bundeslade
Gottes. 5Als nun die Bundeslade des Herrn ins Lager kam, erhob ganz Israel
ein lautes Freudengeschrei, sodass die Erde dröhnte. 6Die Philister
hörten das laute Geschrei und sagten: Was ist das für ein lautes
Geschrei im Lager der Hebräer? Als sie erfuhren, dass die Lade des
Herrn ins Lager gekommen sei, 7fürchteten sich die Philister; denn
sie sagten: Gott ist zu ihnen ins Lager gekommen. Und sie riefen: Weh uns!
Denn so etwas ist früher nie geschehen. 8Weh uns! Wer rettet uns aus
der Hand dieses mächtigen Gottes? Das ist der Gott, der Ägypten
mit allerlei Plagen [in der Wüste] geschlagen hat. 9Seid tapfer, Philister,
und seid Männer, damit ihr nicht den Hebräern dienen müsst,
wie sie euch gedient haben. Seid Männer und kämpft! 10Da traten
die Philister zum Kampf an und Israel wurde besiegt, sodass alle zu ihren
Zelten flohen. Es war eine sehr schwere Niederlage. Von Israel fielen dreißigtausend
Mann Fußvolk. 11Die Lade Gottes wurde erbeutet und die beiden Söhne
Elis, Hofni und Pinhas, fanden den Tod. 12Ein Benjaminiter lief vom Schlachtfeld
weg und kam noch am gleichen Tag nach Schilo, mit zerrissenen Kleidern und
Staub auf dem Haupt. 13Als er ankam, saß Eli auf seinem Stuhl neben
der Straße und hielt Ausschau; denn er hatte Angst um die Lade Gottes.
Als der Mann kam und in der Stadt berichtete, schrie die ganze Stadt auf.
14Eli hörte das laute Geschrei und fragte: Was bedeutet dieser Lärm?
Der Mann lief schnell herbei und berichtete Eli. 15Eli war achtundneunzig
Jahre alt; seine Augen waren starr geworden, sodass er nichts mehr sehen
konnte. 16Der Mann sagte zu Eli: Ich bin der Mann, der vom Schlachtfeld
gekommen ist; ich bin heute aus der Schlacht geflohen. Eli fragte: Wie ist
es denn zugegangen, mein Sohn? 17Der Bote antwortete: Israel ist vor den
Philistern geflohen. Das Volk hat eine schwere Niederlage erlitten. Auch
deine beiden Söhne Hofni und Pinhas sind tot und die Lade Gottes ist
weggeschleppt worden. 18Als er die Lade Gottes erwähnte, fiel Eli rückwärts
von seinem Stuhl neben dem Tor, brach sich das Genick und starb, denn er
war ein alter und schwerfälliger Mann. Er war vierzig Jahre lang Richter
in Israel gewesen. 19Seine Schwiegertochter, die Frau des Pinhas, war schwanger
und stand vor der Niederkunft. Als sie die Nachricht vernahm, dass die Lade
Gottes weggeschleppt und dass ihr Schwiegervater und ihr Mann tot waren,
sank sie zu Boden und gebar (ihr Kind); denn die Wehen waren über sie
gekommen. 20Sie lag im Sterben und die Frauen, die um sie herumstanden,
sagten: Fürchte dich nicht, du hast einen Sohn geboren. Doch sie achtete
nicht darauf und antwortete nichts. 21Sie nannte den Knaben Ikabod - das
will besagen: Fort ist die Herrlichkeit aus Israel - wegen des Verlustes
der Lade Gottes und wegen (des Todes) ihres Schwiegervaters und ihres Mannes.
22Sie sagte: Fort ist die Herrlichkeit aus Israel, denn die Lade Gottes
ist weggeschleppt worden. |
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| 5 | ||
| 1Die Philister brachten die Lade Gottes, die sie erbeutet hatten, von Eben-Eser nach Aschdod. 2Dann nahmen sie die Lade Gottes, brachten sie in den Tempel Dagons und stellten sie neben Dagon auf. 3Als die Einwohner von Aschdod aber am nächsten Morgen aufstanden, war Dagon vornüber gefallen und lag vor der Lade des Herrn mit dem Gesicht auf dem Boden. Sie nahmen Dagon und stellten ihn wieder an seinen Platz. 4Doch als sie am nächsten Morgen in der Frühe wieder aufstanden, da war Dagon wieder vornüber gefallen und lag vor der Lade des Herrn mit dem Gesicht auf dem Boden. Dagons Kopf und seine beiden Hände lagen abgeschlagen auf der Schwelle. Nur der Rumpf war Dagon geblieben. 5Deshalb treten die Priester Dagons und alle, die in den Tempel Dagons kommen, bis zum heutigen Tag nicht auf die Schwelle des Dagon von Aschdod. 6Die Hand des Herrn lastete schwer auf den Einwohnern von Aschdod, und er versetzte sie in Schrecken und schlug Aschdod und sein Gebiet mit der Beulenpest. 7Als die Einwohner von Aschdod sahen, was geschah, sagten sie: Die Lade des Gottes Israels darf nicht bei uns bleiben; denn seine Hand liegt schwer auf uns und auf unserem Gott Dagon. 8Sie sandten (Boten) zu allen Fürsten der Philister, riefen sie bei sich zusammen und fragten sie: Was sollen wir mit der Lade des Gottes Israels machen? Die Fürsten erklärten: Die Lade des Gottes Israels soll nach Gat hinüberziehen. Darauf brachte man die Lade des Gottes Israels nach Gat. 9Doch nachdem man sie nach Gat gebracht hatte, kam die Hand des Herrn über diese Stadt und versetzte sie in gewaltigen Schrecken. Er schlug die Leute der Stadt, vom Kleinsten bis zum Größten, sodass Pestbeulen bei ihnen aufbrachen. 10Darauf schickte man die Lade Gottes nach Ekron. Als die Lade Gottes nach Ekron kam, schrien die Einwohner von Ekron auf und sagten: Sie bringen die Lade des Gottes Israels zu uns herüber, um uns und unser Volk zu töten. 11Darauf sandten sie (Boten) zu allen Fürsten der Philister, riefen sie zusammen und sagten: Schafft die Lade des Gottes Israels fort! Sie soll an den Ort zurückkehren, an den sie gehört, und nicht uns und unser Volk töten. Denn ein tödlicher Schrecken lag über der ganzen Stadt; die Hand Gottes lastete schwer auf ihr. 12Die Leute, die nicht starben, waren mit Pestbeulen geschlagen, und der Hilfeschrei der Stadt stieg zum Himmel empor. | ||