Die Geschichte eines wilden Rowdys.


Brav war Thomas nur als er ganz klein war – sein Leben bewegte sich zwischen Alkohol, Diebstählen und Gewalt..

Im Sommer 1963 wurde ich in eine nette Familie hineingeboren. Man kann sagen, dass ich meinen Eltern Freude bereitet habe – jedenfalls in meiner frühesten Kindheit. Irgendwann hat sich der liebe kleine Thomas aber wohl verändert. Schon in der Grundschule wurde ich durch mein negatives, sogar kriminelles, Verhalten auffällig. Ich begann schon in der ersten Klasse damit, von einer ängstlichen Mitschülerin unter Androhung von Gewalt Geld zu erpressen. Es gelang mir noch einige Zeit, die Maske des lieben Jungen zur Schau zu stellen, doch schon bald zerbröckelte dieses Bild.


Die Sehnsucht nach Verbotenem

Es forderte mich heraus, Unerlaubtes zu tun ohne erwischt zu werden. Ich wollte es wissen: Wie weit konnte ich gehen? Wann läuft das Fass über? In der achten Klasse war ich der Erste in unserer Schule, der im Zeugnis in allen Kopfnoten eine Fünf (das war die schlechteste Zensur in der DDR) erhielt. Es war eben einfacher, durch Negatives aufzufallen. Auf diesem hohen Niveau der Rebellion blieb ich bis zur zehnten Klasse. Diese Jahre waren geprägt von Zerstörungswut, Diebstahl, Trunkenheit und sogar gewalttätigen Übergriffen auf meine Lehrer. Das ich überhaupt einen Abschluss erhielt, habe ich meinen Eltern zu verdanken. So entstand der Scherz, dass mein Vater fast öfter in der Schule war, als ich.
Aber irgendwann war die Schulzeit vorbei. Mit Mühe beschaffte mein Vater mir eine Lehrstelle. Es dauerte jedoch nicht lange bis wieder etwas passiert war: ich hatte Kolleginnen vom Baugerüst aus eimerweise mit dreckigem Mörtelwasser überschüttet und den Lehrobermeister aufs Ärgste angepöbelt und beleidigt. Dass meine Leistungen nicht berauschend waren und ich nicht der dynamischste Maurer war, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.
In unserer Clique konnte ich mich ganz gut behaupten. Für uns war es Sport, die Polizei zu beschäftigen.


Wir wollten Spass haben

Es verging kaum ein Wochenende ohne übermäßigen Alkoholgenuss. In diesen Rauschzuständen kam es immer wieder zu Ausschreitungen, bis hin zu tätlichen Angriffen auf Polizisten. Es gab wohl niemanden, der mir eine positive Zukunft prognostiziert hätte.
Doch dann lernte ich meine heutige Frau kennen. Wir heirateten, aber schon nach dem ersten Ehejahr schien es schon wieder zu Ende zu sein. Doch dann geschah etwas, das unser ganzes Leben verändern sollte. Auf einer Party trafen wir einen ehemaligen Mitschüler von mir. Er war mir früher immer durch sein christliches Gerede und seine unangenehme Ehrlichkeit aufgefallen. Und schon fing er wieder an von Gott, Jesus und dem ganzen Zeugs zu erzählen.
In die Kirche zu gehen empfand ich als reine Zeitverschwendung. Aber irgend etwas war anders, als an diesem Abend über Gott gesprochen wurde. Die ganze Gesellschaft schien wie in einen Bann gezogen zu sein.
Ich war froh, als die Party vorbei war. Doch bei meiner Frau hatte etwas gezündet. Die nächsten Tage ging sie mir mit religiösen Fragen auf die Nerven. Dann ging sie öfters zum Hauskreis und nach einigen Wochen übergab sie ihr Leben Jesus. Natürlich wollte sie, dass auch ich Jesus als Herrn in meinem Leben annehme.


Ohne Wunder läuft hier nichts

Die Leute rieten ihr, für mich zu beten und Gott zu vertrauen, dass er mein Herz anrührt. Da sie aber meine Vergangenheit kannten, wussten sie, dass hier ein Wunder gebraucht wurde. Und das Unerwartete geschah: Ich begann mich zu interessieren, natürlich heimlich, und las in der Bibel meiner Frau. Ich bekam das Buch „Ein Leben in der Nachfolge Jesu“ geschenkt, welches mein Weltbild total durcheinander brachte und ein Verlangen nach mehr weckte. Drei Monate später lud ich Jesus in mein Leben ein. Ich kapitulierte angesichts meines Versagens, mein Leben in den Griff zu bekommen und sagte: „Jesus, wenn es dich gibt und du aus diesem Trümmerhaufen etwas machen kannst, dann komm du und werde Herr in meinem Leben.“
Mein Leben erfuhr eine kolossale Wandlung. Zuerst wurde ich von Alkohol und Nikotin befreit. Ich machte immer noch Fehler, aber ein Prozess hatte begonnen, der mein Leben und meine Ehe rettete..“


2006: Thomas Hoffmann mit Ehefrau Heike und den drei Töchtern.
Ich und mein ganzes Haus ...

Wenn ich heute, 20 Jahre später, zurückschaue, kann ich nur staunen, was Gott in meinem Leben getan hat. Es gab auch Probleme oder Schwierigkeiten, aber mit Gott an meiner Seite, war auch der Sieg auf meiner Seite.
1987 las ich in der Bibel, im Buch Josua im 24. Kapitel, im letzten Satz des 15. Verses: „Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen!“ Und so habe ich meine Entscheidung getroffen: Für meine Frau und mich ist Jesus und die Gemeinde das Zentrum unseres Lebens – und auch unsere drei wundervollen Töchter sind errettet.
Ich möchte Dich ermutigen einen Neuanfang zu wagen. Es ist nicht zu spät, um zu Jesus zu kommen. Er sehnt sich nach Dir!


Herzlichst, Thomas Hoffmann.


Links zum Thema


Gott schrieb mir meine Liebes- geschichte.
Am 19.05.2007 wurden Melanie Bopp und Matthias Eller im Christus Centrum Limburg kirchlich getraut. Die lange Zeit des Wartens auf ihren Matthias hat Melanie für uns aufgeschrieben.
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